Islamabad (RPO). Die Kämpfe in Süd-Waziristan haben sich am Mittwoch auf den Heimatort des neuen pakistanischen Taliban-Führers Hakimullah Mehsud konzentriert. Offenbar sind die Häuser von Mehsud und seinem Stellvertreter Qari Hussain in der Stadt Kotkai zerstört worden.
Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AP von zwei Mitarbeitern des pakistanischen Geheimdienstes. Ein Militärsprecher wies dies später allerdings zurück und vermeldete lediglich Gefechte am Stadtrand und auf den umliegenden Hügeln.
Die Offensive gegen Kotkai dauerte bis zum Abend an. Eine Einnahme der Heimatstadt Mehsuds wäre für die Streitkräfte von hoher symbolischer Bedeutung, außerdem liegt Kotkai an der Straße zur Taliban-Hochburg Sararogha. Allerdings ist es praktisch unmöglich, an unabhängig verifizierbare Nachrichten aus der Region zu gelangen, da die Armee alle Straßen nach Süd-Waziristan gesperrt hat. In der Vergangenheit haben sowohl Militärsprecher als auch Aufständische eigene Erfolge übertrieben und Verluste heruntergespielt.
Die pakistanischen Truppen versuchen derzeit, die Aufständischen in Süd-Waziristan an drei Fronten in die Zange zu nehmen. Die am Samstag eingeleitete Offensive ist eine der größten seit 2004, als sich die Taliban im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan neu formierten.
Mutmaßlicher US-Angriff könnte Regierungstruppen schaden
Als wenig hilfreich werteten Geheimdienstbeamte einen Raketenangriff auf ein Dorf in Nord-Waziristan, der vermutlich von den USA ausgeführt wurde. Dabei wurden am Mittwoch zwei Extremisten einer rivalisierenden Organisation zu der von Mehsud getötet. Den pakistanischen Streitkräften war es gelungen, diese Fraktion zur Neutralität gegenüber ihrer südlichen Offensive zu gewinnen. Nach dem Raketenangriff schien dies infrage gestellt.
Während der Offensive der Regierungstruppen haben die Islamisten ihre Terrorkampagne ausgeweitet. Nach einem Bombenanschlag auf eine Universität in der Hauptstadt Islamabad bleiben jetzt alle Schulen und Hochschulen in Pakistan bis Ende der Woche geschlossen. In der Zwischenzeit sollen die Sicherheitsvorkehrungen verbessert werden, wie das Innenministerium am Mittwoch mitteilte. Bei dem doppelten Selbstmordanschlag kamen am Dienstag acht Menschen ums Leben, darunter die beiden Attentäter.
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Quelle: AP/seeg