Bassidsch-Miliz: Die treuen Schläger des Ayatollahs
zuletzt aktualisiert: 19.06.2009 - 17:54Teheran (RPO). Ayatollah Ali Chamenei hat ein Machtwort gesprochen: Das geistliche Staatsoberhaupt stellte sich hinter Präsident Ahmadinedschad. Nach der Rede dringen nur wenige Informationen aus dem Iran. Eine angekündigte Demonstration der Mussawi-Anhänger wurde verboten. Aufständige werden durch die Bassidsch-Miliz unterdrückt.
Seit Tagen herrschen auf den Straßen Teherans die Gewalt. Das iranische Regime geht hart gegen die Anhänger des Oppositionskandidaten Mir-Hossein Mussawi vor. Ausländische Medien dürfen nicht mehr von der Straße berichten. Die Regierung setzt dabei nicht nur auf Polizisten. Für Angst und Schrecken sorgt die Bassidsch-Miliz. Eine halbe Millionen ausgebildete Kämpfer, die sich in Zivil unter die Massen mischen.
Seit der Bekanntgabe des amtlichen Wahlergebnisses am vergangenen Samstag gehen die Anhänger Mussawis auf die Straße, um für ihren Kandidaten zu demonstrieren. Nach Ansicht von Beobachtern handelt es sich um die bislang größte Herausforderung für die herrschende Elite seit der Islamischen Revolution von 1979. Auch für Samstag wurde erneut eine Großdemonstration geplant.
Chamenei forderte die Oppositionsanhänger am Freitag auf, ihren Widerstand aufzugeben. "Es muss an der Wahlurne entschieden werden, was die Leute wollen und was sie nicht wollen, nicht auf der Straße", sagte er. Er appelliere an alle, die Proteste zu beenden.
Zu den maßgeblichen Unterdrückern der Proteste gehören die der Männer der Bassidsch-Miliz. Der paramilitärischen Einheit gehören nach offiziellen Angaben zehn Millionen Freiwillige an, rund 500.000 Milizionäre sind militärisch geschult. Die meist in Zivil auftretenden Kämpfer werden von den Revolutionsgarden kontrolliert und sind der konservativen geistlichen Führung um Ayatollah Ali Chamenei treu ergeben.
"Menschliche Wellen" gegen Minen"
Ins Leben gerufen wurde die Volksmiliz, die sich vor allem aus der iranischen Mittel- und Unterschicht rekrutiert, nach der Islamischen Revolution 1979 von Republikgründer Ayatollah Khomeini. Für Aufsehen sorgte die Bassidsch-Miliz erstmals in den 80er Jahren im Ersten Golfkrieg mit dem Irak. Damals sollen zahlreiche jugendliche Bassidsch-Kämpfer bei Himmelfahrtskommandos getötet worden sein, als sie als "menschliche Wellen" über Minenfelder liefen, um den Weg für die regulären iranischen Truppen frei zu machen.
Freitag beteiligt sich die Bassidsch-Miliz an sozialen Aktivitäten wie Impfkampagnen, die Einheiten werden aber auch im Kampf gegen Oppositionelle und Regimekritiker eingesetzt. Als Sittenwächter machen sie Jagd auf unzureichend verhüllte Frauen, stürmen illegale Partys und montieren Satellitenschüsseln ab. 1999 und 2003 schlug die Freiwilligen-Miliz Studentenproteste nieder.
Angriffe auf Studenten
Auch in den vergangenen Tagen war die Bassidsch-Miliz nach Darstellung der Opposition in Gewalttaten verwickelt. In Teheran setzten Bassidsch-Kämpfer Schlagstöcke und Tränengas gegen Demonstranten ein, nachts sollen sie Studenten in einer Wohnsiedlung im Norden der Hauptstadt angegriffen haben.
Die Mussawi-Anhänger werden von der Bassidsch-Miliz als "Aufständische" bezeichnet. Mussawi machte die loyalen Truppen der iranischen Führung im Gegenzug für Wahlmanipulationen verantwortlich. Es gebe "Zeugnisse über Einflussnahme" von Mitgliedern der Revolutionsgarden und der Bassidsch-Miliz, kritisierte er nach der Wahl.
@mjentzsch / Datum: 21.06.09 17:48 Machen Sie Ihre Joggingtouren im Financial District eigentlich um die Freiheitsstatue? Den Eindruck gewinne ich allerdings, wenn ich ihre freiheitslastigen...
Erklaert haben Sie mit Ihren langatmigen Ausfuehrungen gar nichts. ''Jeder Mensch ist von Natur aus ''frei'. Klar, bis er dann von einer Diktatur unterdrueckt wird. Aber wie ich Sie kenne sind...
@W.S. / Datum: 20.06.09 08:58 ''@ ulenspiegel: Mein letzter Kommentar an Sie: Im Akkusativ heißt es ''Jemanden''.'' Wußte ich gar nicht. Aber mit der Deutschen Sprache nehme ich es genau...
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