Forscher erheben Vorwürfe in Studie: Nach Hurrikan "Katrina" Arme vertrieben

zuletzt aktualisiert: 15.08.2008 - 13:07

Bremen (RPO). Die US-amerikanische Stadt New Orleans ist nach der Überschwemmung durch den Hurrikan "Katrina" Ende August 2005 deutlich "weißer" und wohlhabender geworden. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie der Universität Bremen über die sozialen Auswirkungen der Naturkatastrophe vor drei Jahren.

Viele der ärmsten Bewohner seien nicht mehr in die Südstaatenmetropole zurückgekehrt. Die Autoren Christian Jakob und Friedrich Schorb vom Bremer Zentrum für Sozialpolitik machen dafür auch die Aussperrung von mehr als 20.000 Sozialmietern aus ihren weitgehend unbeschädigten Wohnungen in der Innenstadt verantwortlich.

Als das Wasser wich, zogen die Behörden Zäune um diese Häuser, verrammelten Türen und Fenster und stellten Polizei vor die Eingänge, so dass den Bewohnern eine Rückkehr verwehrt blieb, heißt es in der Studie. Heute lebten die Menschen verstreut im Süden der USA, sozial isoliert und meist ohne Arbeit. Auf den Grundstücken der früher als Brennpunkte von Gewalt und Kriminalität verschrienen Häuserblocks bauten private Immobiliengesellschaften teure Appartements, stellen die Sozialwissenschaftler fest.

Nach Einschätzung der Autoren ist das Auslöschen von Armutsquartieren Teil eines Paradigmenwechsels der US-amerikanischen Sozialpolitik. "Die Gründe für Armut werden nicht länger in der sich verschärfenden strukturellen und materiellen Ungleichheit, sondern in tatsächlichen und zugeschriebenen Verhaltensweisen der Armutsbevölkerung gesucht", so Jakob und Schorb. Sozialbauten würden demontiert, ohne den Bewohnern angemessenen Ersatz zu bieten. Dieser Prozess vollziehe sich in New Orleans wegen des Hurrikans im Zeitraffer.

Die Studie wurde von vier US-amerikanischen Universitäten unterstützt. 2007 befragten Jakob und Schorb in New Orleans vertriebene Mieter, Verantwortliche aus Bundesbehörden, Manager von Immobilienfirmen, Aktivisten und Bürgerrechtler.

Christian Jakob und Friedrich Schorb: Soziale Säuberung. Wie New Orleans nach der Flut seine Unterschicht vertrieb. Unrast Verlag, Münster 2008, 228 Seiten, 13,80 Euro.


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Quelle: afp

 
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Autor: Lahmarr | 17.08.08 20:12 (1/3)
....so wenig Phantasie...
...man muß ja nicht jeden sagen, wie in Schuß oder nicht sein Haus ist, wie weit vorgeschritten oder wann die Sanierung stattfindet, oder es ihm finanziell ermöglichen, nötige Reparaturen zu...
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Autor: stolzer ami | 16.08.08 21:56 (2/3)
Nachtrag
ich frage mich nur,wo die soviele Polizisten hergenommen haben,um alle diese Hauser zu bewachen und die Besitzer, oder frueheren Bewohner davon abzuhaltenin ihre Haeuser zu ziehen. Ach ja,da...
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Autor: stolzer ami | 16.08.08 21:49 (3/3)
na Gott sei dank.
was wuerdet ihr Gutmenschen nur machen,wenn es nicht die Universitaet Bremen gaebe?
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