US-Senat stimmt Debatte zu: "Obamacare" nimmt wichtige Hürde nur knapp
zuletzt aktualisiert: 22.11.2009 - 08:10Washington (RPO). Im Ringen um die Gesundheitsreform hat US-Präsident Barack Obama eine weitere wichtige Hürde genommen: Der Senat stimmte am Samstagabend für die Eröffnung der formellen Debatte über einen Gesetzentwurf der Demokraten. Doch das Ergebnis zeigt, dass es schwer für Obama werden wird, den über 30 Millionen Unversicherten in den USA eine Krankenversicherung zu ermöglichen.
Nur mit Mühe erreichten die Demokraten die dafür notwendige Mehrheit von 60 der 100 Stimmen - gleichwohl sprach das Weiße Haus von einem "historischen Votum". Um die Debatte überhaupt beginnen zu können, wurden die Stimmen aller 58 Demokraten sowie zweier unabhängiger Senatoren benötigt. Auf republikanischer Seite stimmten 39 der 40 Senatoren gegen die Debatte - der Senator von Ohio, George Voinovich, blieb der Abstimmung fern.
Drei der konservativen Demokraten entschlossen sich erst kurz vor dem Votum zur Zustimmung. Ihr Ja zur Debatte bedeute aber noch nicht ihre Zustimmung zu dem Entwurf, versicherten die beiden Senatorinnen von Louisiana und Arkansas, Mary Landrieu und Blanche Lincoln, am Samstag. Ebenso wie zuvor ihr Kollege Ben Nelson aus Nebraska warnten sie, dass sie sich bei der Abstimmung über die Vorlage doch noch auf die Seite der Republikaner schlagen könnten, blieben ihre Forderungen nach wichtigen Änderungen ungehört.
Die Gesundheitsreform ist Obamas ehrgeizigstes innenpolitisches Projekt. Das Repräsentantenhaus verabschiedete erst kürzlich mit knapper Mehrheit eine eigene Vorlage. Der Entwurf des demokratischen Mehrheitsführers im Senat, Harry Reid, wurde bislang sogar nur in Ausschüssen beraten.
Reids Entwurf sieht eine Krankenversicherung für 31 Millionen bislang nicht versicherte US-Bürger vor. Die bisherigen privaten Versicherungskonzerne sollen demnach Konkurrenz durch öffentliche Krankenkassen erhalten. Die gängige Praxis, Kunden aufgrund von Vorerkrankungen abzulehnen oder den Schutz bei schweren Erkrankungen zu beschneiden, soll eingeschränkt werden. Die Reform würde bis 2019 insgesamt 848 Milliarden Dollar kosten, im gleichen Zeitraum aber das US-Haushaltsdefizit um rund 130 Milliarden Dollar senken.
Bis zum tatsächlichen Umbau des Gesundheitswesens ist es noch ein langer, mühsamer Weg. Die Debatte im Senat wird voraussichtlich nach Thanksgiving Ende November beginnen, über den Entwurf abgestimmt würde frühestens in einem Monat. Nach einem erfolgreichen Votum müssen die Entwürfe beider Kongresskammern in Einklang gebracht und dann nochmals zur Abstimmung vorgelegt werden. Die Republikaner, die die Reform erbittert bekämpfen, werden dabei versuchen, die Abstimmung so weit es geht in das nächste Jahr hinauszuzögern. Sie setzen darauf, dass sich die Skepsis der konservativen Demokraten kurz vor den nächsten Kongresswahlen 2010 noch vergrößern wird.
Reid warnte denn auch vor zu großem Optimismus: "Wir können die Ziellinie sehen, haben sie aber noch nicht erreicht", sagte er nach der Abstimmung. Der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, sagte, das "historische Votum" bringe die USA einen Schritt näher zu einer stabilen und sicheren Gesundheitsfürsorge für alle Bürger. Der republikanische Minderheitenführer Mitch McConnell verurteilte erneut das "2074 Seiten starke und Multi-Billiarden teure Experiment". Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben mehrere US-Präsidenten vergeblich versucht, die traditionelle Abneigung ihrer Bürger vor einer größeren Rolle des Staates in der Gesundheitsfürsorge zu brechen.
na, dann haben wir wohl Bismark den Kommunismus zu verdanken, wenn es nicht so traurig wär, müsste ich mich bei so viel Unvermögen und mangelndem Intellekt, vor lachen kugeln.
Ich kenne natürlich die Gesetzesvorlage (2078 Seiten) nicht. Aber ich gebe ihnen Recht, bis jetzt gibt es in der Tat in den USA eine Diktatur der Privat-Versicherten. Millionen Menschen werden...
Emotional hochgekochter ideologischer Blödsinn. Sie sind immer gezwungen, zu tun, was die Regierung verlangt, dass nennt man ''regieren''. Wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie die Regierung...
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