Tötung des Terroristenführers: Sein Handy wurde Sarkawi zum Verhängnis

zuletzt aktualisiert: 10.06.2006 - 12:41

Bagdad (rpo). Jedes Mobiltelefon gibt ständig Signale ab und kann daher bis auf wenige Meter geortet werden. Die USA nutzten diese Technik - und konnten so den Terroristenführer Musab al Sarkawi im Irak orten und töten.

Sein Handy verriet den Terrorführer Sarkawi, der am Mittwoch bei einem Angriff der US-Armee getötet wurde. Foto: AFP
Sein Handy verriet den Terrorführer Sarkawi, der am Mittwoch bei einem Angriff der US-Armee getötet wurde. Foto: AFP

Sein Handy verriet den 39-jährigen Al-Qaida-Führer, wie ein irakischer Offizier der US-Armee gegenüber dem Nachrichtensender CNN sagte. Der Iraker arbeitet für das amerikanische Militär und war zuständiog dafür, die Mobiltelefone Sarkawis und seiner Gefolgsleute zu überwachen. Mit den gewonnen Informationen gelang es der US-Armee am Mittwoch Sarkawi zu orten. Bei dem anschließenden Bombenangriff kam der Terrorführer ums Leben, der als Statthalter von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden im Irak galt.

Nach Angaben der Familie in Jordanien wurde auch Sarkawis anderthalbjähriger Sohn getötet. Es handle sich dabei um ein Kind aus zweiter Ehe mit einer Palästinenserin, die vor einigen Monaten aus Syrien in den Irak gekommen sei, berichteten Angehörige von Sarkawis Familie. Den Angaben zufolge soll auch eine der drei Frauen des Terroristen-Führers bei dem US-Luftangriff am Mittwoch nördlich von Bagdad getötet worden sein.

US-Generalmajors William Caldwell bestätigte am Freitag frühere Berichte über den Tod eines Kindes bei dem Angriff nicht. "Die ersten Berichte sind nie 100-prozentig richtig", sagte Caldwell in Bagdad. Es seien sechs Menschen getötet worden, drei Frauen und drei Männer, unter ihnen Sarkawi.

"Kampf gegen Besatzer geht weiter"

Sunnitische Rebellengruppen im Irak äußerten im Internet ihr Bedauern über den Tod des Terroristenführers und kündigten eine Fortsetzung des Kampfes gegen die Besatzungstruppen an. Die Gruppe Ansar al Sunna veröffentlichte am Samstag ein Video, in dem ihre Mitglieder drei Iraker verhören und später enthaupten. Den Opfern wird vorgeworfen, einer schiitischen Todesschwadron angehört zu haben.



Zum Ende des Videos wurden die Iraker davor gewarnt, sich den Sicherheitskräften anzuschließen. Ansar al Sunna kündigte an, jeden politischen Fortschritt im Irak unmöglich machen zu wollen. Auch die extremistische Gruppe Schura-Rat der Mudschahedin wollte den Kampf fortsetzen. "Wir können es nicht abwarten, eure Hälse mit unseren Schwertern zu durchtrennen", erklärte ihr Anführer an die alliierten Truppen im Land gerichtet. Al Sarkawi war am Mittwoch bei einem US-Angriff getötet worden.

Bei einer Bombenexplosion auf einem Markt im Zentrum von Bagdad wurden unterdessen am Samstag vier Menschen getötet und 27 verletzt. Der Anschlag richtete sich gegen eine Polizeistreife, verfehlte diese jedoch, wie die Polizei mitteilte. Bei den Opfern handelte es sich um Zivilpersonen. Im Westen der Hauptstadt erschossen unbekannte Männer einen schiitischen Arbeiter und verletzten zwei weitere, wie die Polizei erklärte.

Beckstein ist besorgt

Im ARD-Mittagsmagazin äußerte der bayrische Innenminister Beckstein die Befürchtung, dass die Terrorgefahr mit dem Tod Sarkawis gewachsen sein könnte. Als gefährdet gälten vor allem Spiele mit Beteiligung der USA und Englands oder aus dem Nahen und Mittleren Osten wie Saudi-Arabien und auch Iran. Konkrete Anhaltspunkte für eine terroristische Tat gebe es aber nicht, und das Sicherheitskonzept werde funktionieren. Er rechne mit friedlichen Spielen, betonte Beckstein.


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Autor: time2kill | 10.06.06 18:49 (1/5)
Leider dumm gelaufen!
Dass man einen über Handy orten kann, ist bei z. B. Fremgehen ein Klasiker. Genauso wie man dies umgehen und verschlüssen kann auch. Man muss nur wissen ''wie''! Die Mittel sind einfach. Aber,...
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Autor: Kartoffelfresser | 10.06.06 17:11 (2/5)
Ahmad Fadil al-Khalayleh aus Zarqa (Jordanien)
Man darf auch folgendes nicht übersehen: Alle amerikanischen Stellen gaben sich bis vor kurzem absolut sicher, dass Zarqawi eine Prothese trägt, seit ihm nach einer in Afghanistan erlittenen...
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Autor: DRoberto | 10.06.06 15:35 (3/5)
Lügen...
Die Starke Konzentration der Medien auf Personen wie Sarkawi soll davon ablenken daß es in der (einheimischen() Bevölkerung einen sozusagen einen breiten legitimen Widerstand gegen die Marionenttenregierung...
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