450 Verletzte - Bekenneranruf: El Kaida beteiligt: Terrorwelle in Istanbul: Britischer Konsul unter 27 Toten

zuletzt aktualisiert: 20.11.2003 - 18:09

Istanbul (rpo). Eine schwere Terrorwelle hat die türkische Metropole Istanbul erschüttert. Bei zwei Explosionen sind nach bisherigen Angaben mindestens 27 Menschen getötet und rund 450 verletzt worden. Unter den Toten ist auch der britische Generalkonsul Roger Short. Zu den Anschlägen soll sich unter anderem El Kaida bekannt haben.

Die völlig zerstörte Bank HSBC in Istanbul. Foto: AP
Die völlig zerstörte Bank HSBC in Istanbul. Foto: AP

Zwei Autobomben detonierten vor dem britischen Generalkonsulat und einer britischen Bank. Die neuen Anschläge in der türkischen Wirtschaftsmetropole erschütterten die Aktienmärkte in ganz Europa.

Bei dem Anschlag auf das britische Konsulat in Istanbul ist nach Medienberichten der britische Generalkonsul Roger Short getötet worden. Dies berichtete der Fernsehsender NTV. Zuvor hatte der britische Außenminister Jack Straw erklärt, es würden mehrere Botschaftsangehörige vermisst.  

Im Umkreis der Explosionen sah es aus wie auf einem Schlachtfeld. Die Gebäudefront der britischen HSBC-Bank brach zusammen. Davor geparkte Autos wurden völlig zerstört. In weitem Umkreis gingen in Hochhäusern des Bankenviertels Scheiben zu Bruch. Vor dem britischen Konsulat stürzten die Eingangshalle und eine Mauer ein. Unter den Todesopfern ist auch der britische Generalkonsul Roger Short, wie der türkische TV-Sender Turk-CNN meldete. Die HSBC-Bank teilte mit: "Wir können bestätigen, dass es unter den HSBC-Beschäftigten eine Anzahl von Toten gegeben hat."




Zu dem Anschlag bekannte sich, wie schon am Wochenende bei den Anschlägen auf zwei Synagogen mit 25 Todesopfern und rund 300 Verletzten, ein Unbekannter im Namen der türkischen Extremistenorganisation IBDA/C ("Front der Vorkämpfer für den Großen Islamischen Osten") und des Terrornetzwerks El Kaida. Die Anschläge seien eine "gemeinsame Aktion" der beiden Gruppen, sagte der anonyme Anrufer der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Polizei hatte erst am Mittwoch zwei türkische Islamisten als die Selbstmordattentäter vor den Synagogen identifiziert.

Nach ersten Ermittlungen wurden die Anschläge mit Autobomben verübt. Diese wurden auch bei den Selbstmordanschlägen auf die beiden Synagogen am vergangenen Samstag eingesetzt. Vor dem britischen Generalkonsulat mitten im europäischen Stadtteil Beyoglu sei ein grüner Lieferwagen während der Fahrt explodiert, sagte die Polizei. Im Bankenviertel Levent sei ein geparktes rotes Auto detoniert. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Sprengstoff wiederum um eine hochexplosive Mischung aus den Düngemittel Ammoniumsulfat und Nitrat sowie anderen Beigaben gehandelt hat.


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