Bürgerkrieg im Gazastreifen: UN prüft Entsendung von Friedenstruppe

zuletzt aktualisiert: 14.06.2007 - 07:46

Gaza (RPO). Im Bürgerkrieg zwischen den verfeindeten Palästinensergruppen Hamas und Fatah sind die Kämpfe in der Nacht zum Donnerstag weitergegangen. Der Sicherheitsrat der Veinten Nationen prüft zur Zeit die Entsendung einer Friedenstruppe in den Gazastreifen. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas steht offenbar vor einem Rückzug aus der Regierungskoalition.  

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat für Donnerstag eine "wichtige Entscheidung" angekündigt, wie sein Büro am Morgen mitteilte. Dabei gehe es um die Kämpfe im Gazastreifen und die Zukunft der Regierungskoalition mit der radikalislamischen Hamas. Die Ankündigung verstärkte die Vermutung, dass die von Abbas geführte Fatah die Regierung verlassen wird. Die Minister der Fatah haben ihre Zusammenarbeit in der Regierung bereits ausgesetzt.

Die wiederholten Gefechte zwischen Kämpfern beider Parteien haben sich in dieser Woche zu einem Bürgerkrieg entwickelt. Die Hamas hat in heftigen Kämpfen weite Teile des Gazastreifens unter ihre Kontrolle gebracht. Dabei kamen seit Sonntag mehr als 60 Menschen ums Leben.

Unterdessen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, Unterstützung bei seinen Bemühungen um ein Ende der gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Palästinensergruppen zugesagt. In einem Telefongespräch habe sich Merkel von Abbas am Mittwochabend über die kritische Situation in den Palästinensergebieten unterrichten lassen, teilte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm mit.

In einem weiteren Telefonat habe ihr der israelische Premierminister Ehud Olmert seine Bereitschaft versichert, weiterhin mit Abbas zusammenzuarbeiten. Die Bundeskanzlerin habe dies begrüßt und hervorgehoben, dass aus ihrer Sicht keine Alternative dazu bestehe. Es müsse alles unternommen werden, um der Gewalt Einhalt zu bieten.

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In Washington verurteilte ein Regierungssprecher die Kämpfe zwischen der Hamas und der Fatah im Gazastreifen. "Gewalt dient nicht dem Interesse des palästinensischen Volkes", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow.

Die radikalislamische Hamas hat im Bürgerkrieg mit der Fatah eine weitere Stadt im Gazastreifen unter ihre Kontrolle gebracht. Ihre Kämpfer setzten sich in Chan Junis fest und leiteten einen Angriff auf Rafah ein. Heftige Kämpfe tobten in der Nacht zum Donnerstag auch in der Stadt Gaza, wo am frühen Morgen nach Klinikangaben drei Menschen getötet wurden.



"Sie schießen auf jeden, der zur Fatah gehört"

"Chan Junis ist am Ende, aber wir halten noch Rafah", sagte der Fatah-Funktionär Siad Sarafandi. "Sie schießen auf jeden, der zur Fatah gehört", sagte ein Offizier in Rafah. Aus Chan Junis berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AP, dass Fatah-Kämpfer sich ergeben und der Fatah ihre Waffen ausgehändigt hätten. Die Hamas sprengte ein Gebäude der Sicherheitskräfte und hisste ihre grüne Fahne.

In der Stadt Gaza griffen Hamas-Milizionäre die Hauptquartiere aller drei Einheiten der Sicherheitskräfte an, die mit der Fatah verbunden sind. Beobachter äußerten die Einschätzung, dass damit die Schlussphase des Bürgerkriegs im Gazastreifen eingeleitet werden könnte. Die Hamas-Kämpfer besetzten die Dächer benachbarter Häuser und sperrten die Zugangsstraßen. Sie riefen die belagerten Fatah-Kräfte auf, sich zu ergeben. Am Donnerstagmorgen zogen sich Fatah-Kämpfer nach Angaben der Partei aus mehreren Gebäuden in Gaza zurück und sprengten sie in die Luft, um sie nicht in die Hand der Hamas fallen zu lassen.

Auch das Büro des Fatah-Chefs und palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas wurde von Hochhäusern aus beschossen. Abbas und der zur Hamas gehörende Ministerpräsident Ismail Hanija riefen erneut zur Einstellung der Kämpfe auf. Abbas bezeichnete den Bürgerkrieg als verrückt. Bisher sind aber alle Aufrufe zur Waffenruhe ungehört verhallt. Die im Gazastreifen bedrängten Fatah-Kämpfer kritisierten Abbas und warfen ihm vor, sie im Stich zu lassen und ihnen keine Orientierung zu geben.

Die Bewohner des Gazastreifens sehen sich im Kreuzfeuer zwischen beiden Parteien. "Alle sind hier terrorisiert", sagte der Arzt Wael Abdel Dschawad in Gaza. "Es wurde durch die Fenster in unsere Wohnung geschossen, die Kinder haben geschrien."

Bei den Kämpfen am Mittwoch wurden mindestens 20 Menschen getötet. Unter ihnen ist auch ein Mann, der sich zusammen mit anderen unbewaffneten Bewohnern den Hamas-Kämpfern in den Weg stellte und erschossen wurde. Seit Sonntag kamen mehr als 60 Menschen ums Leben.

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Quelle: ap

 
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Autor: Tibias | 14.06.07 11:13 (1/3)
Geht mich nichts an, und auch nicht die UN!!
UN-Truppen im Gaza-Streifen, geht's noch? Weshalb sollte auch nur ein einziger Unbeteiligter für diesen jahrzehntelangen Scheißdreck im Nahen Osten seinen Arsch hinhalten? Sollen sie sich doch...
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Autor: anonym | 14.06.07 09:51 (2/3)
NATO soll zu MATO werden.
Im Ernst diese Bestrebungen gibt es wirklich ''Middle East Atlantik Treaty Organization''. Kein Witz, sondern das wollen die USA und Israel. Fuer deutsche Wehrpflichtige kann es nur noch...
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Autor: ossi48 | 14.06.07 09:21 (3/3)
Eine Friedenstruppe
sollte von den arabischen Nachbarstaaten gestellt werden.
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