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Rivalisierende Truppen im Gazastreifen: Abbas fordert Abzug der Hamas-Soldaten

zuletzt aktualisiert: 18.05.2006 - 18:20

Jericho (rpo). Der Konflikt zwischen dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas und der Hamas-Regierung über die Kontrolle der Sicherheitskräfte verschärft sich weiter. Abbas fordert den Rückzug der Sicherheitskräfte, die Hamas-Inneminister Said Siam im Gazastreifen stationiert hat. Stattdessen sollen "reguläre" palästinensische Sicherheitstruppen für Ordnung sorgen.

"Es ist eine sehr Besorgnis erregende Situation", sagte der Abbas-Vertraute Sajeb Erakat. Abbas habe den Einsatz "regulärer" palästinensischer Sicherheitskräfte befohlen und die 3.000 Mitglieder der von der Hamas-Regierung berufenen neuen Truppe aufgefordert, sich aus den Straßen zurückzuziehen, sagte Erakat. "Ich hoffe, dass sie gehen". "Wenn nicht, steuern wir auf eine schwere Krise zu." Ministerpräsident Ismail Hanija betonte jedoch, die neue Einheit sei legal.

Rund 1.000 palästinensische Polizisten bekundeten unterdessen in Gaza ihre Unterstützung für Abbas. Sie marschierten an dem Stützpunkt der 3.000 Milizionäre vorbei. Sie riefen "Wir sind die Staatsgewalt" und "Wir salutieren Abu Masen (Abbas)". Die Hamas-Milizionäre reagierten zunächst nicht. Die Polizisten waren unbewaffnet, sie wurden allerdings von Kommandeuren in Jeeps begleitet, die ihre Waffen offen zeigten.

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Im Westjordanland erzwangen unterdessen Dutzende bewaffnete Fatah-Anhänger die überstürzte Abreise des stellvertretenden Ministerpräsidenten Nasser Schaer aus Tulkarem. Sie umstellten das Gebäude, in dem Schaer sich mit dem Gouverneur von Tulkarem traf, und feuerten Warnschüsse in die Luft ab.

In den seit dem Regierungsantritt der Hamas zum Stillstand gekommenen Beziehungen zu Israel kündigte Erakat das erste Treffen von Abbas mit der israelischen Außenministerin Zipi Livni an. Die für das Wochenende im ägyptischen Badeort Scharm-el-Scheich geplante Begegnung wäre die erste auf dieser Ebene seit Januar. "Wir wollen die Verhandlungen wieder aufnehmen", sagte Erakat. Der israelische Außenamtssprecher Mark Regev sagte, Livnis Terminplan für das Wochenende sei noch nicht endgültig bestätigt. "Niemand auf der israelischen Seite will Abu Masen boykottieren", fügte er hinzu.

Am Donnerstag feuerten militante Palästinenser vom Gazastreifen Raketen auf israelisches Gebiet ab. Nach Militärangaben schlug eine der Raketen in der Nähe eines Stützpunkts der Streitkräfte ein. Berichte über Schäden oder Verletzte lagen nicht vor.

Quelle: ap

 
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