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Wahlkampf: Abbas will Kureia als Regierungschef halten

zuletzt aktualisiert: 07.01.2005 - 18:44

Ramallah (rpo). Zwei Tage vor der palästinensischen Präsidentenwahl hat der aussichtsreichste Bewerber Mahmud Abbas für klare Verhältnisse bei der Regierungsbildung gesorgt. Der PLO-Chef sagte in Ramallah, er wolle Ministerpräsident Ahmed Kureia bitten, im Amt zu bleiben und ein neues Kabinett zu bilden.

Die von Abbas und seinem aussichtsreichsten Gegenkandidaten geplanten Wahlkampfauftritte in Ostjerusalem kamen am Freitag nicht zustande. Abbas sagte die Kundgebung ab und reagierte damit auf israelische Vorbereitungen mit einem massiven Sicherheitsaufgebot. Stattdessen besuchte er den palästinensischen Vorort Beir Naballah.

"Heute sind wir nicht nach Jerusalem gegangen", sagte Abbas. "Aber morgen werden wir in Jerusalem sein, weil Jerusalem die ewige Hauptstadt des palästinensischen Volkes ist." Sein Gegenkandidat Mustafa Barghuti wurde von der israelischen Polizei vorübergehend festgenommen. Das israelische Außenministerium erklärte, Barghuti habe beim Freitagsgebet auf dem Tempelberg in Jerusalem Unruhe stiften wollen.

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter äußerte am Freitag die Hoffnung auf einen reibungslosen und friedlichen Wahlverlauf. Carter ist als Leiter einer Delegation amerikanischer Wahlbeobachter in den Nahen Osten gereist. "Ich hoffe, dass die Palästinenser eine Regierung einsetzen, die dem Friedensprozess verpflichtet ist", sagte Carter.

Israel hat versprochen, die palästinensische Wahl zu unterstützen, unter anderem durch einen 72-stündigen Rückzug der Truppen aus verschiedenen Städten in den Autonomiegebieten. Außerdem werden Reisebeschränkungen für den Wahltag gelockert.

Bei einem Überfall palästinensischer Extremisten auf ein Auto mit Israelis wurde am Freitag bei Nablus im Westjordanland eine Person getötet. Drei weitere Israelis wurden verletzt, wie die Streitkräfte mitteilten. Zu der Tat bekannten sich die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden, die der von Abbas geführten Fatah-Bewegung nahe stehen.

Bei einem weiteren Zwischenfall wurde im Gazastreifen ein 23-jähriger Palästinenser erschossen. Der Mann war nach Militärangaben mit einer Panzerfaust bewaffnet und näherte sich der jüdischen Siedlung Nezarim.

Quelle: ap

 
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