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Ägypten
Militär hat angeblich den IS-Anführer auf dem Sinai getötet

Kairo . Ägypten meldet einen Schlag im Kampf gegen die Terrormiliz: Der angebliche Anführer des Ablegers des Islamischen Staats ist nach Militärangaben auf der Halbinsel Sinai getötet worden.

Abu Doaa al-Ansari sei bei einem Luftangriff südlich der Stadt Al-Arisch ums Leben gekommen, erklärte Militärsprecher Mohammed Samir am Donnerstag auf seiner offiziellen Facebook-Seite. Ob Al-Ansari tatsächlich der Anführer des IS auf dem Sinai war, ist allerdings unklar. Die Gruppe hat den Namen ihres Anführers nie öffentlich gemacht.

Laut dem Militär wurden auch mehrere enge Vertraute Al-Ansaris sowie 45 IS-Kämpfer getötet. Genaue Geheimdienstinformationen hätten den gezielten Angriff der Antiterroreinheit möglich gemacht, hieß es. Wann sich der Angriff ereignete oder wie hoch die genaue Opferzahl war, wurde nicht bekannt. Aus Militärkreisen verlautete Al-Ansari und einige seiner engsten Berater hätten sich in einem Haus in einem Olivenhain südlich von Al-Arisch aufgehalten, als es zu dem Angriff kam. Die übrigen 45 Kämpfer seien möglicherweise bei anderen Angriffen in den vergangenen Tagen ums Leben gekommen.

Der Name Al-Ansari ist auch in Expertenkreisen unbekannt. Bisher war noch nie von ihm als Anführer des IS auf dem Sinai die Rede gewesen. Beobachter gehen davon aus, dass es sich bei Al-Ansari um einen Kampfnamen handelt, der möglicherweise auf seine Herkunft hindeutet. Ob er wirklich der Anführer des IS-Ablegers ist, sei kaum zu verifizieren, sagte Terrorexperte Mohannad Sabri der Nachrichtenagentur AP. "Selbst wenn jemand mit einem solchen Kampfnamen existiert, bedeutete das nur einmal mehr, dass das Militär verkündet, es hab den Anführer oder einen Anführer einer Gruppe getötet, die ihren Anführer nie öffentlich genannt hat."

Sollte sich allerdings bestätigen, das er der Anführer des IS in Ägypten war und tatsächlich ums Leben kam, wäre es ein schwerer Schlag für die Extremisten. Sie kämpften zunächst unter dem Namen Ansar Beit al-Makdis gegen die ägyptische Regierung und schworen dann dem IS die Gefolgschaft. Unter anderem bekannte sich die Gruppe zu dem Anschlag auf ein russisches Passagierflugzeug im Jahr 2015, bei dem alle 224 Insassen ums Leben kamen.

(felt/ap)
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