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Krieg am Horn von Afrika: Äthiopien bombardiert Islamisten in Somalia

zuletzt aktualisiert: 24.12.2006 - 13:41

Mogadischu (RPO). Äthiopien hat erstmals offiziell bestätigt, militärisch in den Krieg im benachbarten Somalia eingegriffen zu haben. Am Sonntag flog das äthiopische Militär Luftangriffe auf die islamistische Miliz. Augenzeugen berichten schon seit Wochen, dass äthiopische Soldaten in Somalia im Einsatz sind.

Die Regierung führe eine Gegenoffensive gegen Kämpfer des Rats der Islamischen Gerichte und ausländische Terrorgruppen, sagte ein Sprecher. Damit wurde erstmals der Einsatz äthiopischer Truppen in Somalia und ein Eingreifen der äthiopischen Regierung in den Konflikt zwischen Regierungstruppen und Islamisten bestätigt.

Die äthiopische Luftwaffe beschoss Augenzeugen zufolge die somalische Stadt Belet Weyne, eine Hochburg der Islamisten, sowie mehrere umliegende Dörfer in bis zu 20 Kilometern Entfernung. Ein Einwohner in Belet Weyne berichtete, es seien eine strategisch wichtige Straße sowie ein Anwerbezentrum der Islamisten getroffen worden. Diese hatten zuvor geschworen, alle äthiopischen Soldaten aus dem Land am Horn von Afrika vertreiben zu wollen.

Im Umkreis von Baidoa, dem Sitz der international anerkannten, aber weitgehend machtlosen Übergangsregierung, lieferten sich somalische Regierungseinheiten und Kämpfer der Milizen am Sonntagmorgen heftige Kämpfe. Soldaten schossen mit schweren Waffen auf Stellungen der Miliz südlich der Stadt. Auch zwei weitere Ortschaften waren von den Gefechten betroffen, darunter die Islamisten-Hochburg Bandiradley. Der Übergangsregierung zufolge wurden bei Gefechten in den vergangenen Tagen mehr als 600 Islamisten getötet, die Milizen töteten nach eigenen Angaben rund 400 äthiopische und Regierungssoldaten. Für beide Angaben gab es zunächst jedoch keine Bestätigung.

Äthiopien unterstützt die somalische Übergangsregierung, hat aber eine direkte Beteiligung an den Kämpfen im Nachbarland bislang stets bestritten. Bestätigt wurde lediglich die Entsendung von militärischen Beratern und Ausbildern. Beide Länder haben in den vergangenen 45 Jahren zwei Kriege gegeneinander geführt. Äthiopien hat eine der größten Armeen in der Region.

Die Islamisten übertrugen in der Hauptstadt Mogadischu am Sonntag patriotische Lieder über den Krieg Somalias gegen Äthiopien im Jahr 1977. Am Samstag riefen sie muslimische Kämpfer aus dem Ausland zur Teilnahme an ihrem "Heiligen Krieg" auf. "Muslime sind Brüder und helfen einander", erklärte Sheik Yusuf Indahaadde, der Sicherheitschef des Rats der Islamischen Gerichte.

Somalia versank nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Mohammed Siad Barre 1991 in Anarchie. Die mit Hilfe der Vereinten Nationen installierte Übergangsregierung kontrolliert lediglich noch die Stadt Baidoa und wird vom Bündnis islamischer Milizen zunehmend unter Druck gesetzt. Dieses hat in den vergangenen Monaten die Kontrolle über weite Teile Südsomalias übernommen.

Quelle: ap

 
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