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Aschraf Ghani
Afghanischer Präsident: Keine Sympathie für Flüchtlinge

Afghanischer Präsident: Keine Sympathie für Flüchtlinge
Der afghanische Präsident Aschraf Ghani. FOTO: afp, mlm
Kabul. Der afghanische Präsident Aschraf Ghani ruft Flüchtlinge dazu auf, zurückzukommen und zu helfen, Afghanistan wiederaufzubauen. Er hab "keine Sympathie" für Afghanen, die das kriegszerrissene Land verlassen.

"Länder überleben nicht, wenn die Besten versuchen zu fliehen", sagte er der BBC in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. Der Flüchtlingsminister des Landes, Said Hussain Alemi Balkhi, hatte noch am Sonntag laut dem Sender Tolo News vor dem Parlament des Landes gesagt, er habe es geschafft, in Gesprächen mit europäischen Beamten "die Ausweisung von wenigstens 100.000 Flüchtlingen aus europäischen Ländern zu verhindern". Nach seiner Darstellung sind im vergangenen Jahr 250.000 Afghanen ins Ausland geflüchtet.

Mehr als 150.000 Afghanen als Asylbewerber registriert

Balkhi hatte in der Vergangenheit Europa angesichts der sich verschlechternden Sicherheitslage gebeten, afghanische Flüchtlinge nicht auszuweisen. Deutschland hatte er gebeten, mehr aufzunehmen.
Dennoch werden derzeit Rückführungsabkommen verhandelt, unter anderem mit Deutschland.

Im vergangenen Jahr hatten die Behörden in Deutschland mehr als 150.000 Afghanen als Asylbewerber registriert. Sie waren damit die zweitgrößte Gruppe nach den Syrern. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres wurden gut 30 000 Afghanen in Deutschland als asylsuchend erfasst.

(dpa)
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