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Rudolf B.: Afghanistan-Geisel freigelassen und erneut verschleppt

zuletzt aktualisiert: 27.09.2007 - 14:46

Kabul (AP). Verwirrung um die deutsche Afghanistan-Geisel Rudolf B.: Offenbar wurde der Deutsche von seinen Entführern freigelassen, kurze Zeit später aber erneut verschleppt.

Blechschmidt sei zusammen mit zwei Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) wieder in der Gewalt der Entführer, erklärte ein afghanischer Gewährsmann am Donnerstag. Nach Darstellung des IKRK waren zwei ausländische und zwei afghanische Mitarbeiter damit betraut, Blechschmidt und fünf afghanische Geiseln in der Provinz Wardak in Empfang zu nehmen.

Man sei von einer "sofortigen Freilassung" Blechschmidts und der fünf Afghanen ausgegangen, sagte IKRK-Sprecherin Claudia McGoldrick in Genf. Die Mission der Mitarbeiter sei nicht erfüllt worden "aus Gründen, die wir momentan nicht bestätigen können".

Sie könne nicht bestätigen, dass das Verschwinden der beiden IKRK-Mitarbeiter damit in Zusammenhang stehe. Die Organisation stehe mit allen beteiligten Parteien in Kontakt, um zu klären, was genau geschehen sei, sagte die Sprecherin. Die vermissten Rot-Kreuz-Mitarbeiter seien nicht direkt an den Verhandlungen zur Freilassung Blechschmidts beteiligt gewesen.

Nach Angaben eines afghanischen Gewährsmannes waren die beiden mit zwei einheimischen Fahrern in die Provinz Wardak gefahren, um mit Extremisten über das Schicksal von Blechschmidt zu sprechen. Alle vier seien am Mittwochnachmittag verschleppt worden, hieß es. Die Rot-Kreuz-Mitarbeiter waren auch an den erfolgreichen Verhandlungen zur Freilassung von 19 südkoreanischen Geiseln im vergangenen Monat beteiligt.

Der Polizeichef von Wardak bestätigte am Donnerstag die neuerliche Verschleppung von zwei Ausländern in der Region Salar. Sicherheitskräfte hätten die Entführer umstellt, erklärte der Polizeichef des Bezirks Sajed Abad, Enajatulla Mangal.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin erklärte, der Krisenstab und die deutsche Botschaft in Afghanistan bemühten sich weiterhin, die Freilassung des entführten Deutschen zu erreichen. Zu den Berichten über eine Verschleppung von Rot-Kreuz-Mitarbeitern und deren Mitwirkung an einer Freilassung sagte er nichts.

Laut einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" in Halle (Freitagausgabe) bestätigte der afghanische Handels- und Industrieminister Amin Farhang, dass die Entführten bei der Freilassung Blechschmidts helfen wollten. Dessen Befreiung sei jetzt noch komplizierter geworden. "Das zeigt, dass man sich auf diese Verbrecher nicht verlassen kann. Denn Mitarbeiter des Roten Kreuzes genießen natürlich Immunität. Diese neue Entführung verstößt gegen alle Menschenrechte und internationale Prinzipien", zitierte die Zeitung den Minister.

Der Ingenieur Blechschmidt wurde zusammen mit seinem Kollegen Rüdiger Diedrich am 18. Juli in der Provinz Wardak verschleppt. Diedrich erlitt in der Gefangenschaft einen Schwächeanfall und wurde erschossen. Es wird vermutet, dass er zunächst von Kriminellen entführt und später an die Taliban übergeben wurde.

Am 19. Juli entführten die Taliban 23 Südkoreaner. Zwei Männer wurden erschossen, zwei Frauen schon bald freigelassen. Die übrigen 19 Geiseln kamen nach Verhandlungen unter IKRK-Beteiligung Ende August frei.

Die dänischen Streitkräfte meldeten unterdessen den Tod von zwei Soldaten in Afghanistan. Sie seien einem Feuergefecht mit Aufständischen in der Unruheprovinz Helmand zum Opfer gefallen. Ein dritter Däne wurde verwundet. Dänemark hat rund 600 Soldaten im Rahmen der internationalen Schutztruppe ISAF in Afghanistan stationiert.


 
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