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Tote und Verletzte bei Explosionen im Süden und Osten: Afghanistan: US-Truppen wird Menschenrechtsverletzung vorgeworfen

zuletzt aktualisiert: 08.03.2004 - 13:38

Kabul (rpo). Die US-Streitkräfte in Afghanistan müssen sich schwere Vorwürfe anhören. Truppen sollen sich der Verletzung von Menschenrechten schuldig gemacht haben. Die Organisation Human Rights Watch sprach von Verhaftungen ohne Rechtsgrundlage und Hinweisen auf Folterungen.

Es gebe glaubwürdige und übereinstimmende Beschuldigungen, dass Gefangene geschlagen, mit Ketten gefesselt oder mit Schlafentzug gequält würden, heißt es in einem 50-seitigen Bericht.

Die Menschenrechtler warfen US-Truppen vor, bei Razzien zur Festnahme von Verdächtigen Körperverletzung oder den Tod von Unbeteiligten in Kauf zu nehmen. Als Beispiel wurde die Erschießung eines Bauern bei der Verhaftung eines anderen Mannes und seiner beiden Söhne genannt, die alle drei später wieder freigelassen wurden. Kritisiert wurden auch Militäraktionen im Dezember vergangenen Jahres, bei denen in den Provinzen Paktia und Ghasni 15 Kinder getötet wurden.

Die US-Streitkräfte wiesen den Bericht zurück und erklärten, die Verfasser hätten die besondere Lage in dem von Konflikten erschütterten Land nicht berücksichtigt. Zum Tod von Unbeteiligten bei Militäraktionen sagte der amerikanische Oberstleutnant Bryan Hilferty: "Wir sind nicht vollkommen. Aber wir bemühen uns intensiv um Besserung."

Der afghanische Planungsminister Mohammed Mohakik kündigte unterdessen seinen Rücktritt an. Präsident Hamid Karsai habe das Demissionsgesuch angenommen und Ramasan Baschardost zu Mohakiks Nachfolger ernannte, sagte Präsidentensprecher Dschawed Ludin am Montag. Gründe für den Rücktritt nannte er nicht. Mohakik hat als einer von nur zwei Kandidaten angekündigt, bei der für Juni geplanten Präsidentenwahl gegen Karsai antreten zu wollen.

Bei Explosionen im Süden und Osten Afghanistans wurden drei Zivilpersonen getötet und drei US-Soldaten leicht verletzt. Hilferty erklärte, der Geländewagen der Soldaten sei auf eine Landmine oder ein Bombe gefahren. Andere Mitglieder der Patrouille hätten in der Nähe des Tatorts drei Verdächtige festgenommen. Der Vorfall ereignete sich nach seinen Angaben am Samstag nahe der Ortschaft Ghasni, etwa 125 Kilometer südlich der Hauptstadt Kabul.

Zu den drei getöteten Zivilpersonen machten die Behörden widersprüchliche Angaben. So erklärte ein Verwaltungsvertreter im Bezirk Dschar Dschino, Hadschi Faruk, neben einem Militärkonvoi sei eine Mine explodiert. Drei Unbeteiligte seien getötet und weitere sechs verletzt worden.

Hilferty sagte dagegen, er wisse nichts von einem solchen Vorfall. Der Polizeichef der Region, Gulam Haider, erklärte, amerikanische und afghanische Soldaten hätten nach der Explosion das Feuer eröffnet. Zwei Kinder im Alter von zehn und 14 Jahren sowie ein Mann seien dabei ums Leben gekommen, sieben weitere Menschen seien verletzt worden.


 
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