| 19.19 Uhr

14 Männer ausgeflogen
Wieder Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul gelandet

Afghanistan: Wieder Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul gelandet
Die Boeing 737 der tschechischen Airline "Travel-Service" mit den abgelehnten Asylbewerbern aus Afghanistan rollt am Flughafen Leipzig-Halle zum Start. FOTO: dpa, wil sab
Kabul. Am Mittwochmorgen ist eine weitere Gruppe von aus Deutschland abgeschobenen afghanischen Flüchtlingen mit dem Flugzeug in Kabul eingetroffen. 14 Männern wurden ausgeflogen. Elf Männer seien Straftäter gewesen.

An Bord der aus Leipzig-Halle kommenden Maschine waren 14 junge Männer, sagte ein Repräsentant der Internationalen Organisation für Migration (IOM) am Flughafen. Es habe sich um elf Straftäter und drei Personen gehandelt, die sich hartnäckig der Feststellung ihrer Identität widersetzt hätten, teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin mit.

Die 14 Männer seien aus Sachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz gekommen. Die Länder sind zuständig für die Durchsetzung der Ausreisepflicht. Bei den Delikten der abgeschobenen Straftäter habe es sich um Totschlag, sexuellen Missbrauch von Kindern, Diebstahl, gefährliche Körperverletzung, Urkundenfälschung und Betrug gehandelt

Proteste am Flughafen in Leipzig

Mit insgesamt sieben Sammelabschiebungen seit Dezember 2016 hat die Bundesregierung damit 128 abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan zurückfliegen lassen. Auch von Düsseldorf aus starten immer wieder Abschiebeflüge.

In Leipzig hatte es vor dem Flug Proteste gegeben. Am Flughafen versammelten sich rund 150 Menschen und forderten ein Ende der Abschiebungen nach Afghanistan. "Wir wissen nicht, wer in der Maschine sitzt, aber auch Strafgefangene dürfen nicht Gefahren ausgesetzt werden", sagte die sächsische Linken-Politikerin Juliane Nagel.

Abschiebungen sind umstritten, weil sich in Afghanistan der Konflikt zwischen Regierung und islamistischen Taliban drastisch verschärft. Allein in Kabul gab es vergangene Woche zwei Anschläge mit mindestens 74 Toten. Landesweit hatten Taliban, aber auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), in nur vier Tagen knapp 250 Zivilisten und Sicherheitskräfte getötet.

Nach einem massiven Anschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul im Mai hatte die Bundesregierung Abschiebungen für mehrere Monate ausgesetzt. Danach hatten Bund und Länder Abschiebungen nach Afghanistan auf drei Gruppen beschränkt: Straftäter, Gefährder - also Menschen, denen die Polizei einen Terrorakt zutraut -, und jene, die "hartnäckig ihre Mitarbeit an der Identitätsfeststellung" verweigern.

(ate/oko/dpa)
 
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