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Ghani bei Obama
USA wollen Stärke der afghanischen Armee sichern

Afghanistan: Zusammenarbeit zwischen Aschraf Ghani und Barack Obama
Präsident Barack Obama und sein afghanischer Kollege Aschraf Ghani. FOTO: ap
Washington. Offiziell ist der US-Kampfeinsatzes in Afghanistan zuende - Präsident Barack Obama und sein afghanischer Kollege Aschraf Ghani haben am Dienstag die künftige Zusammenarbeit beider Länder erörtert.

Die Staatschefs trafen sich zu mehrstündigen Gesprächen im Weißen Haus in Washington. Dabei sollte es auch um einen langsameren Abzug der am Hindukusch verbliebenen amerikanischen Truppen gehen. Ghani hatte vorab gesagt, die Entscheidung liege bei Obama. Die USA wollen ferner mit Finanzhilfen sicherstellen, dass die afghanischen Streitkräfte auch 2017 mindestens 352.000 Mann umfassen. Das sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Montagabend nach einem Gespräch mit Ghani in Camp David. Diese Stärke werde von den Militärführungen der USA und Afghanistans empfohlen, um das erreichte Sicherheitsniveau zu garantieren.

Obama wollte bei dem Treffen mit Ghani und Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah ausführlich über einen langsameren Abzug beraten. Die afghanische Führung hatte um mehr Flexibilität beim Tempo des Abzugs gebeten.

Derzeit sind nach Angaben des Pentagons noch knapp 10.000 US-Soldaten dort stationiert. 6800 als Teil der Nato-Mission, die insgesamt gut 13.000 Männer und Frauen aus den beteiligten Ländern umfasst. Weitere Amerikaner haben spezielle Aufträge im Anti-Terrorkampf und für Logistik- und Verwaltungsunterstützung. Gut die Hälfte soll nach den bisherigen Plänen bis Ende 2015 zurückkehren, der Rest bis kurz vor dem Ende von Obamas Amtszeit 2017. Nur eine rund 1000 Mann starke Schutztruppe für die US-Botschaft soll bleiben.

Bundeswehr muss sich anpassen

Ein verlangsamter Abzug der US-Soldaten aus Afghanistan könnte auch für die Bundeswehr Konsequenzen haben, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Martin Schäfer, am Montag in Berlin. Der Fahrplan für den Abzug werde an die Lage vor Ort angepasst, betonte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums.

Die USA sagten Afghanistan bis zu 800 Millionen Dollar für den Wirtschaftsaufbau und die Reform des Finanzsystems zu. Außerdem solle die Zusammenarbeit in Energiefragen vertieft werden, sagte US-Außenminister John Kerry.

Ghani würdigte die 2215 gefallenen und mehr als 20.000 verwundeten US-Soldaten in dem seit 14 Jahren andauernden Konflikt. Offiziell war der US-geführte Nato-Kampfeinsatz in Afghanistan Ende 2014 von einem Ausbildungseinsatz abgelöst worden.

(dpa)
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