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  Foto: PRESS TV, AFP
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Provokation: Ahmadinedschad erklärt Iran zum Atomstaat

zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 10:03

Teheran (RPO). Der Iran hat sich am Donnerstag zum "Atomstaat"

erklärt. Staatschef Mahmud Ahmadinedschad erklärte auf einer Kundgebung, das Land verfüge zwei Tage nach Beginn der Produktion über die erste Ladung von hoch angereichertem Uran. Die USA und ihre Partner hatten für diesen Fall Sanktionen angekündigt.

Das vom Iran angereicherte Uran kann sowohl für den Einsatz in Atomkraftwerken als auch für den Bau von Atomwaffen verwendet werden. Der Iran hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Anlagen zur Produktion von hoch angereichertem Uran angefahren worden seien. Die internationale Staatengemeinschaft hat für diesen Fall eine weitere Runde von Sanktionen angekündigt.

Ungechtet der Warnungen und Appelle meldet Präsident Mahmud Ahmadinedschad nun Vollzug. Die ersten Mengen Uran sind auf 20 Prozent angereichert. Die iranische Produktion von auf 3,5 Prozent angereichertem Uran werde demnächst "verdreifacht", sagte Ahmadinedschad am Donnerstag in seiner Rede bei den offiziellen Feiern zum 31. Jahrestag der Islamischen Revolution in Teheran.

Und mehr noch: Der Iran habe sogar die technischen Möglichkeiten zur Uran-Anreicherung auf mehr als 80 Prozent - was unter Umständen für eine Atombombe reichen würde. Da sein Land diesen Anreicherungsgrad aber nicht benötige, werde dies auch nicht gemacht, sagte der Präsident.

Laut der iranischen Atomenergiebehörde soll das angereicherte Uran anschließend zu Brennstäben für einen medizinischen Forschungsreaktor verarbeitet werden. Dort werden bestimmte Isotope produziert, die für die Krebstherapie benötigt werden. Teheran versichert, sein Atomprogramm diene allein zivilen Zwecken. Die USA und ihre Verbündeten verdächtigen das Land jedoch, unter dem Vorwand eines zivilen Atomprogramms Nuklearwaffen zu entwickeln. Kontrollen durch die internationale Staatengemeinschaft hat der Iran mehrfach versucht zu umgehen.

Gegenwärtig verfügt das Land über 1,8 Tonnen Uran mit einem Anreicherungsgrad von 3,5 Prozent. Für eine Atombombe wird auf 90 Prozent angereichertes Uran benötigt. Ist allerdings erst einmal eine bestimmte Menge von 20-Prozent-Uran vorhanden, ist der Sprung auf 90 Prozent in wenigen Monaten getan.

 Schon die Anreicherung von Uran auf 3,5 Prozent hat im Ausland Zweifel an einem rein zivilen Ziel des iranischen Atomprogramms aufkommen lassen. Grund ist, dass in dem Land noch kein für dieses Material geeigneter Atomreaktor zur Stromproduktion existiert. Es gibt nur Pläne dafür.

Unstimmigkeiten gibt es auch bei der angekündigten Anreicherung des Urans auf bis zu 20 Prozent. Das Land verfügt nicht über die technischen Möglichkeiten, die Brennstäbe herzustellen, die der Teheraner Medizinreaktor benötigt. Die Entwicklung der Brennelemente würde Jahre in Anspruch nehmen, lange Zeit vorher wäre der argentinische Brennstoff aufgebraucht.

Nichtsdestotrotz blieben bedeutende technische Hürden, bis der Iran eine Atombombe bauen könnte - vorausgesetzt, die politische Führung strebt dieses Ziel auch an. So hat der Iran zugesichert, die Anreicherung des Urans auf 20 Prozent von der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA überwachen zu lassen. Unter ihren Augen ließe sich unbemerkt kein Uran auf 90 Prozent anreichern. Allerdings wurde vergangenes Jahr die Existenz einer noch nicht arbeitsfähigen Anreicherungsanlage bei Ghom bekannt, die der IAEA seit 2006 verheimlicht worden war.

Aber selbst wenn der Iran über genügend 90-Prozent-Uran für eine Nuklearwaffe verfügen würde, ist es noch ein langer Weg bis zur Herstellung einer einsatzfähigen Atombombe. Das gasförmige Uran müsste in einen festen Zustand gebracht und ein Zünder entwickelt werden. Die Ausmaße dürften bestimme Größen nicht sprengen, um als Sprengkopf auf einer Shahab-3-Rakete einsatzfähig zu sein. Der US-Geheimdienst geht nach offiziellen Angaben bislang davon aus, dass der Iran nicht vor 2013 nukleares Material waffenfähig machen kann.

Quelle: apd/AFP/RTR

 
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