Der "wahre Holocaust": Ahmadinedschad hält an Israel-feindlichem Kurs fest
zuletzt aktualisiert: 11.02.2006 - 11:00Teheran (rpo). Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat den Holocaust erneut als "Mythos" bezeichnet. Derzeit seien es die Iraker und die Palästinenser, die unter einem "echten Holocaust" zu leiden hätten, erklärte der für seine antisemitischen Äußerungen bekannte Staatschef am Samstag in einer Ansprache zum Jahrestag der Islamischen Revolution von 1979.
In Anspielung auf die umstrittenen Karikaturen des Propheten Mohammed, die in europäischen Zeitungen abgedruckt worden waren und weltweit zu Protesten und Ausschreitungen unter Moslems geführt hatten, fragte er, warum es erlaubt sei, Mohammed zu beleidigen, aber verboten, den Holocaust in Frage zu stellen. Bereits Mitte Dezember hatte Ahmadinedschad die Judenvernichtung durch die Nationalsozialisten als Mythos bezeichnet und zur Vernichtung Israels aufgerufen.
In seiner Rede drohte Ahmadinedschad zudem, angesichts des Streits um das iranische Atomprogramm den Atomwaffensperrvertrag aufzukündigen. Bis jetzt habe sich der Iran an die Vorgaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und des Atomwaffensperrvertrags gehalten. Sollte der Westen aber weiterhin dem Iran das Recht auf eigenes atomares Material verwehren, werde das iranische Volk seine Politik ändern, sagte Ahmadinedschad. "Bis jetzt war es die Politik der Islamischen Republik, die Kernkrafttechnologie für friedliche Zwecke, für die Industrie, Wirtschaft und Medizin zu nutzen", fügt er hinzu.
In Teheran versammelten sich Hunderttausende Menschen, um an die Revolution von 1979 zu erinnern, wie ein Korrespondent der Nachtichtenagentur AFP berichtete. Sie demonstrierten zugleich für das Recht des Iran auf Uran-Anreicherung und riefen Parolen wie "Tod den USA" oder "Atomkraft ist unser unveräußerliches Recht". Im iranischen Staatsfernsehen war von Millionen Demonstranten die Rede.
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