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Iranischer Präsident sorgt für Wirbel
Ahmadinedschad: "Im Iran gibt es keine Homosexuellen"

Ahmadinedschad verabschiedet britische Seeleute
Ahmadinedschad verabschiedet britische Seeleute FOTO: AFP
New York (RPO). Im Rahmen seines USA-Besuchs hat sich Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad an der Columbia-Universität den Fragen der Studenten und Lehrkräfte gestellt und dabei für einen Eklat gesorgt. "Im Iran gibt es keine Homosexuellen", erklärte der Regierungschef laut "CNN". 

Der Präsident der Columbia-Universität, Lee Bollinger, erklärte zu Beginn der Diskussionsrunde, Ahmadinedschad verhalte sich wie ein "engstirniger und grausamer Diktator".

Mit Blick auf Ahmadinedschads Leugnung des Holocausts erklärte Bollinger, dieser sei entweder "schamlos provokativ oder erstaunlich ungebildet". Daraufhin beschwerte sich Irans Regierungschef, Bollinger würde "beleidigende und falsche Anschuldigungen" erheben. Zum Holocaust erklärte Ahmadinedschad: "Warum wollen Sie nicht gestatten, dass dieses angebliche Ereignis weiter erforscht und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet wird?" 

Im vergangenen Jahr hatte die Elite-Hochschule einen geplanten Besuch Ahmadinedschads abgesagt, in diesem Jahr widersetzte sich Bollinger entsprechenden Forderungen. Zur Sprache kamen anschließend unter anderem das Thema Menschenrechte und die iranische Außenpolitik.

Am Dienstag will Ahmadinedschad vor der UN-Vollversammlung sprechen. In einem Interview der Nachrichtenagentur AP hatte er zuvor erklärt, der Iran plane keinen Angriff gegen Israel oder einen anderen Staat. "Der Iran wird überhaupt kein Land angreifen", sagte der Präsident. Die Außenpolitik Teherans sei von humanitären Bestrebungen getragen und dem Bemühen um Gerechtigkeit getragen.

Angesichts der Spannungen zwischen seinem Land und der US-Regierung erklärte Ahmadinedschad, er rechne nicht mit einem Krieg Washingtons gegen Teheran. Entsprechende Äußerungen gründeten vor allem in Groll und dienten innenpolitisch dem Wahlkampf, sagte der Staatschef. Außerdem solle damit über politisches Scheitern im Irak hinweggetäuscht werden.

Im Hinblick auf den Streit über das iranische Atomprogramm sagte Ahmadinedschad, es sei falsch anzunehmen, dass der Iran und die USA auf einen Krieg zusteuerten. Zugleich dementierte er im CBS-Interview erneut, dass sein Land den Besitz von Atomwaffen anstrebe. In den heutigen politischen Beziehungen sei eine Atombombe nicht von Nutzen. "Wenn sie nützlich wäre, hätte sie den Zusammenbruch der Sowjetunion verhindert", sagte Ahmadinedschad. "Wenn sie nützlich wäre, hätte sie das Problem der Amerikaner im Irak gelöst. Die Zeit der Bombe ist vorbei."

Mit seiner Absicht, am Ground Zero einen Kranz für die Opfer der Anschläge des 11. Septembers 2001 niederzulegen, löste Ahmadinedschad vor seiner Reise nach New York einen Sturm der Entrüstung aus. Das Ansinnen wurde abgelehnt, offiziell aus Sicherheitsgründen.

(ap)
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