kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
65th United Nations General Assembly Convenes
  Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA, AFP
Kommentare ()

Uno-Vollversammlung: Ahmadinedschad sorgt erneut für Eklat

zuletzt aktualisiert: 24.09.2010 - 08:05

New York (RPO). Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat auch in diesem Jahr mit einer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York für einen Eklat gesorgt. Er zitierte am Donnerstag (Ortszeit) Verschwörungstheorien, wonach die USA selbst in die Anschläge vom 11. September 2001 verwickelt sein sollen. Zahlreiche westliche Delegationen verließen daraufhin den Saal.

Mahmud Ahmadinedschad: Die meisten US-Bürger glauben, dass die Regierung die Anschläge vom 11. September 2001 inszeniert haben.  Foto: AP, AP
Mahmud Ahmadinedschad: Die meisten US-Bürger glauben, dass die Regierung die Anschläge vom 11. September 2001 inszeniert haben. Foto: AP, AP

Die meisten US-Bürger sowie andere Nationen und Politiker dächten, dass die Regierung in Washington die Anschläge vom 11. September inszeniert habe, sagte Ahmadinedschad während der Generaldebatte zum neuen Sitzungsjahr der UN-Vollversammlung. Damit habe das Land unter anderem seine Wirtschaft wiederbeleben und die Kontrolle über den Nahen Osten verstärken wollen. Ahmadinedschad hatte die Generaldebatte auch in den vergangenen Jahren für Provokationen genutzt und vor allem Israel angegriffen.

US-Präsident Barack Obama habe die Äußerungen Ahmadinedschads "empörend und widerwärtig" gefunden, sagte ein US-Vertreter, der anonym bleiben wollte. Mitglieder des Terrornetzwerkes El Kaida hatten am 11. September 2001 vier Passagierflugzeuge entführt. Zwei steuerten sie in das World Trade Center in New York, eines ins US-Verteidigungsministerium in Washington. Eine vierte Maschine stürzte in Pennsylvania ab. Bei den Anschlägen kamen 3000 Menschen ums Leben.

Wenige Stunden zuvor hatte Obama in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung dem Iran im Atomstreit erneut eine Verhandlungslösung angeboten: "Die Tür für Diplomatie bleibt offen, falls der Iran sie nutzen will." Ahmadinedschad sagte nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Isna dem japanischen Fernsehsender TBS, Verhandlungen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland würden voraussichtlich im Oktober beginnen. Zugleich warf er ihnen vor, das Recht auf die Nutzung der Atomkraft monopolisieren zu wollen.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Vorwand der Energiegewinnung heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies. Die Verhandlungen der 5+1-Gruppe mit dem Iran stagnieren, seit der UN-Sicherheitsrat im Juni neue Sanktionen gegen das Land verhängt hat.

Unterdessen demonstrierten rund 800 Menschen vor dem UN-Sitz gegen die Teilnahme des iranischen Präsidenten an der Generaldebatte. "Ahmadinedschad ist ein Terrorist", riefen die mit Plakaten und iranischen Fahnen ausgerüsteten Demonstranten. "Es ist Zeit für die internationale Gemeinschaft, aufzuhören, mit Ahmadinedschad Geschäfte zu machen", sagte Ali Safawi, Mitglied des Nationalen Widerstandsrats des Iran, in dem sich zahlreiche im Exil agierende iranische Oppositionsgruppen zusammengeschlossen haben. Das iranische Volk müsse "endlich den demokratischen Wandel" bekommen, den es verdiene.

Um die Unterdrückung im Iran zu verdeutlichen, spielten einige der zumeist iranischstämmigen Demonstranten auf einem Podium Szenen einer Steinigung und einer Hinrichtung durch den Strang nach. Die Todesstrafe ist im Iran weit verbreitet.

Westerwelle spricht von "verpasster Chance"

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) kritisierte die Rede des iranischen Präsidenten als "verpasste Chance". Westerwelle nannte es am Freitag im Deutschlandfunk "bedauerlich", dass sich Ahmadinedschad wenige Stunden nach dem neuen Dialogangebot von US-Präsident Barack Obama "so verirrt" habe. Die vom iranischen Präsidenten erhobenen Anschuldigungen gegen die USA seien "abwegig und verletztend" gewesen, sagte der Außenminister.

Westerwelle, der am Samstag vor der UN-Vollversammlung sprechen soll, verteidigte die deutsche Bewerbung auf einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. "Wir haben in Deutschland vor allem ein massives Interesse daran, dass unsere Stellung in der Welt nicht nur als eine starke Wirtschaftsnation gesehen wird, sondern dass wir natürlich auch bei wichtigen Fragen vom Klimaschutz bis zur Abrüstung unseren Einfluss geltend machen können", sagte Außenminister. Auch wenn es "starke Mitbewerber", habe Deutschland eine "sehr ordentliche Chance" auf eine Wahl in den Sicherheitsrat.

Im Oktober bestimmt die UN-Vollversammlung die neuen Mitglieder des Gremiums, zuletzt war Deutschland 2002 und 2003 nichtständiges Mitglied. Um für zwei Jahre in den Sicherheitsrat gewählt zu werden, benötigt Deutschland das Votum von zwei Dritteln der 192 UN-Mitgliedsländer. Anders als die ständigen Mitglieder USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich haben die zehn nichtständigen Mitglieder kein Veto-Recht.

Westerwelle sagte, er habe den Eindruck, dass die Bundesrepublik international an Bedeutung gewinne. Deutschland erfahre "viel Anerkennung" in der Welt, weil es als "sehr zuverlässiges Land" gelte und eine "Kultur der militärischen Zurückhaltung" pflege. Außerdem zeige sich die Bundesrepublik solidarisch mit anderen Ländern, wie etwa bei der Flutkatastrophe in Pakistan.

Quelle: AFP/dapd/sdr

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Die Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks in Datteln gehört zu den wichtigsten Streitpunkten in den Koalitionsverhandlungen von SPD und G ... mehr 

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Der Bundespräsident hinterlässt bei seinem ersten Staatsbesuch in Israel seine eigene Handschrift. Der Empfang durch Präsident Schimon Peres ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

US-Präsident bestimmt Ziele der Drohnenangriffe

Obama wacht persönlich über "Todesliste"

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Jugendliche verprügeln Frauen in Mönchengladbach

Polizei hofft auf Videomaterial aus Aachen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Barack Obama Steuerstreit Panorama, AP 2011-0729

US-Präsident bestimmt Ziele der Drohnenangriffe

Obama wacht persönlich über "Todesliste"

US-Präsident Barack Obama überwacht einem Medienbericht zufolge persönlich die Auswahl der Ziele für die Drohnenangriffe gegen Anhänger von Al-Qaida und anderer Terrorgruppen. mehr

 

Diese Männer spalten Ägypten

Ein Islamist und ein Mubarak-Mann

 

Bundespräsident zu Gast in Israel

Gauck: Israel plant keinen Angriff gegen Iran

 
 

Strafmaßnahme wegen Massaker von Hula

Deutschland weist syrischen Botschafter aus

 

Israel-Reise des Bundespräsidenten

Gauck: "Israel ist ein blühendes Land"

Top-Services