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Streit um Irans Atomprogramm: Ahmadinedschad warnt vor doppeltem Spiel

zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 11:50

Teheran (RPO). Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat von einer neuen Phase der Zusammenarbeit mit dem Westen gesprochen. Dieser habe sich bezüglich des iranischen Atomprogramms "von der Konfrontation zur Interaktion" bewegt, erklärte Ahmadinedschad am Donnerstag auf einer Kundgebung in der nordöstlichen Stadt Maschhad. Gleichzeitig betonte er jedoch das Recht des Iran auf ein eigenes Atomprogramm.

Beobachter rechneten noch im Laufe des Tages mit einer offiziellen Antwort Teherans auf das jüngste Kompromissangebot im Atomstreit. Demnach soll der Iran rund 70 Prozent seines niedrig angereicherten Urans ins Ausland - vornehmlich nach Russland - verschiffen, wo es dann zu Brennstäben für Kernkraftwerke aufbereitet werden soll. Damit würde das Land nicht mehr über genügend Uran verfügen, um eine Atombombe bauen zu können.

Iranischen Medien zufolge will Teheran dem Angebot im Prinzip zustimmen, fordert aber mehrere Änderungen. Unter anderem wolle die Regierung nicht alle Uranvorräte auf einmal ins Ausland bringen. Außenminister Manutschehr Mottaki erklärte am Montag zudem, der Iran werde auf jeden Fall weiterhin selbst Uran anreichern, was im Rahmen seines ausschließlich zivilen Atomprogramms völlig legitim sei. Dies bekräftigte auch Ahmadinedschad und sprach von einem "unveräußerlichen Recht" seines Landes.

UN-Inspektoren aus dem Iran zurückgekehrt

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief Teheran dazu auf, das Kompromissangebot anzunehmen. Eine Zustimmung wäre "eine wichtige vertrauensbildende Maßnahme". Die USA und die EU haben dem Iran wiederholt mit verschärften Sanktionen gedroht, falls er im Streit über sein Atomprogramm nicht einlenkt.

Unterdessen kehrte eine Delegation der IAEA nach ausgiebiger Inspektion einer neuen iranischen Atomanlage nach Wien zurück. Er werde IAEA-Generalsekretär Mohamed ElBaradei in Kürze ausführlich Bericht erstatten, erklärte Herman Nackaerts, der Leiter des Inspektoren-Teams. Er sprach von einer erfolgreichen Reise.

Die Inspektoren überprüften eine im Bau befindliche Anlage zur Urananreicherung nahe der heiligen Stadt Kom südlich von Teheran. Die Existenz der unterirdischen Fabrik wurde erst Ende September bekanntgegeben, was internationale Kritik am Iran auslöste.

Quelle: AFP/csi

 
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