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Jordanien: Al Kaida droht mit weiteren Anschlägen

zuletzt aktualisiert: 10.11.2005 - 06:24

Amman (AP). Zu den blutigen Selbstmordattentaten auf drei internationale Hotels im jordanischen Amman haben sich irakische Terroristen bekannt.  Die Al-Kaida-Gruppe droht mit weiteren Attentaten. Erste Verdächtige wurden nach Angaben jordanischer Behörden festgenommen. 56 Menschen wurden getötet. Unter den 115 Verletzten befinden sich auch fünf Deutsche und ein Schweizer.

Die verletzten Deutschen sind bereits aus dem Krankenhaus entlassen worden. Unter den Toten wurden bisher keine Deutschen identifziert.

Die extremistische Organisation Al Kaida im Irak erklärte im Internet, Jordanien sei "ein Hinterhof für die Feinde der Religion" und zu einem Zentrum des Verrats und der Prostitution geworden. Jetzt werde auch das "Hinterland der Kreuzritter-Armee" angegriffen, hieß es in der Erklärung mit Bezug auf die Präsenz der US-Truppen im Irak.

Nach den Anschläagen auf die Hotels Grand Hyatt, Radisson SAS und Days Inn nahmen die jordanischen Ermittlungsbehörden bei den Leichen der mutmaßlichen Täter DNA-Proben, um sie zu identifizieren. Möglicherweise handelt es sich bei ihnen um Mitglieder einer "Schläferzelle", die für die Anschläge aktiviert wurde. Die Selbstmordattentäter hatten ihre Bomben am Mittwochabend kurz vor 21.00 Uhr zur Explosion gebracht. Zwei von ihnen waren zu Fuß, ein dritter schlug in einem Auto zu. Ein Sprengsatz explodierte in einem Saal, in dem 300 Gäste eine Hochzeit feierten.

Bei den meisten Opfern handelt es sich um Jordanier, wie der stellvertretende Ministerpräsident Marwan Muahser mitteilte. Getötet wurden aber auch mehrere Iraker, Palästinenser - unter ihnen der Wirtschaftsattaché der palästinensischen Vertretung in Kairo - Chinesen und ein Israeli. Die Grenzen wurden unmittelbar nach dem Terrorakt geschlossen, nach zwölf Stunden aber wieder geöffnet.

Der Anführer der Al Kaida im Irak, Abu Mussab al Sarkawi, kommt selbst aus Jordanien. Das Bekennerschreiben im Internet nimmt zwei Mal Bezug auf den "Tyrannen von Jordanien" und meint damit König Abdullah II. Ein jordanisches Militärgericht hat Sarkawi in Abwesenheit zum Tode verurteilt - in dem Prozess ging es um die Ermordung des US-Diplomaten Laurence Foley im Oktober 2002 in Amman. Die Al Kaida im Irak steht auch im Verdacht, 1999 schon einmal einen Anschlag auf das Radisson SAS in Amman geplant zu haben. Außerdem waren es vermutlich auch Mitglieder dieser Organisation, die im August dieses Jahres den Hafen von Akaba angriffen, wobei ein jordanischer Soldat ums Leben kam.

König Abdullah brach einen Besuch in Kasachstan ab und machte sich am Donnerstag persönlich ein Bild vom Ausmaß der Anschläge. Anschließend kam er zu einer Krisensitzung mit den Leitern der Sicherheitsdienste zusammen.

Der irakische Regierungssprecher Laith Kubba sagte, die Anschläge seien eine Warnung an Jordanien, Mitgliedern des gestürzten Regimes von Saddam Hussein nicht länger Unterschlupf zu bieten. "Ich hoffe, dass diese Anschläge die jordanische Öffentlichkeit aufwecken werden", sagte Kubba. Die irakische Regierung hat Jordanien wiederholt vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen irakische Aufständische vorzugehen.

Quelle: ap

 
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