Algerien: Al Qaida bekennt sich zu Anschlägen
zuletzt aktualisiert: 12.12.2007 - 06:20Algier (RPO). Der algerische Arm des Terrornetzwerks Al Qaida hat sich zu den beiden schweren Autobombenanschlägen in der Hauptstadt Algier bekannt. Bei den zwei Explosionen waren nach offiziellen Angaben 26 Menschen ums Leben gekommen.
Die Gruppe Al Qaida im islamischen Maghreb (BAQMI, früher GSPC) veröffentlichte eine entsprechende Erklärung auf einer islamistischen Internetseite und drohte mit weiteren Anschlägen.
Fotos zeigen die beiden mutmaßlichen Selbstmordattentäter Abdel Rahmane al-Assmi und Ibrahim Abou Othmane mit Sturmgewehren und der grünen Fahne des Islam. Die "Märtyrertaten" hätten sich gegen "Kreuzfahrer und Ungläubige" gerichtet, hieß es. Eine unabhängige Bestätigung für die Echtheit der Erklärung lag zunächst nicht vor.
Die Lastwagen der beiden Attentäter seien mit jeweils 800 Kilogramm Sprengstoff beladen gewesen, hieß es in der Erklärung weiter. Der algerische Innenminister Yazid Zerhouni hatte die Gruppe zuvor bereits für die Taten verantwortlich gemacht.
Offiziellen Angaben zufolge wurden bei den Attentaten vor dem Obersten Gerichtshof und nahe dem Gebäude des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR bis zu 26 Menschen getötet und 177 weitere verletzt.
Laut Innenministerium kamen bei dem Attentat vor dem Gebäude der Vereinten Nationen zwei UN-Mitarbeiter aus Dänemark und dem Senegal ums Leben. Die UNO in New York gaben die Zahl der getöteten UN-Mitarbeiter mit mindestens fünf an, 14 weitere würden vermisst. Krankenhausmitarbeiter sprachen von insgesamt 62 Todesopfern.
Von den 177 Verletzten, darunter acht Ausländer aus Asien und Afrika, wurden nach Angaben des Innenministeriums noch 26 Menschen in Krankenhäusern behandelt. Rettungskräfte suchten mit Hunden weiter nach Opfern. Wie das algerische Fernsehen berichtete, konnten fünf Menschen lebend aus den Trümmern des UN-Gebäudes geborgen werden.
Beide Anschläge in Algier wurden am Dienstag mit Autobomben verübt, der eine in der Nähe des UNHCR-Gebäudes im Wohnviertel Hydra, der andere in Ben Aknoun vor dem Obersten Gerichtshof.
Die Terrororganisation hatte sich zuletzt eines Anschlags vom 11. April in Algier mit 33 Toten bezichtigt.
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