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Aufruf zum Kampf: Al-Qaida-Führer hetzt gegen Schiiten

zuletzt aktualisiert: 02.06.2006 - 22:23

Bagdad (rpo). Der Führer der Terrorgruppe Al Qaida im Irak, Abu Mussab al Sarkawi, hat sich wieder zu Wort gemeldet: In einer im Internet veröffentlichten Audiobotschaft ruft er die Sunniten zum Kampf gegen die schiitische Mehrheit auf. Die Sunniten sollten die Appelle zur nationalen Einheit ignorieren und sich für die Konfrontation mit den "schiitischen Schlangen" rüsten, heißt es in der vierstündigen Aufzeichnung.

Der US-Geheimdienst CIA hat am Freitag die Echtheit der Audiobotschaft bestätigt. Ein Sprecher der CIA erklärte in Washington, eine technische Auswertung des Bandes habe ergeben, dass es sich um Sarkawis Stimme handele. Der Jordanier al Sarkawi, der für zahlreiche Anschläge verantwortlich gemacht wird, warf den Schiiten vor, schon immer in der irakischen Geschichte mit den Invasoren zusammengearbeitet zu haben. Al Sarkawi hatte sich zuletzt Ende April zu Wort gemeldet.

Der Gewalt im Lande fielen am Freitag mindestens neun Menschen zum Opfer. Der schwerste Anschlag ereignete sich auf einem Tiermarkt in Bagdad, wo die Explosion zweier Bomben fünf Menschen in den Tod riss. Es gab 57 Verletzte, wie die Polizei mitteilte. Die Bomben waren in Plastiktaschen auf dem Markt versteckt worden, wo freitags Hunde, Vögel, Schlangen und andere Tiere angeboten werden.

Rund zehn Minuten später detonierte in der Nähe einer schiitischen Moschee eine weitere Bombe, die zwei Menschen tötete und fünf verletzte. Im südirakischen Basra töteten Bewaffnete einen schiitischen Geistlichen, der auf dem Weg zum Freitagsgebet war. In Bagdad wurde den Angaben zufolge ein ägyptischer Eisverkäufer erschossen.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen teilte am Freitag mit, in den vergangenen zwei Wochen seien in der irakischen Hauptstadt mindestens sechs Palästinenser umgebracht worden. Daraufhin seien mehr als 200 Palästinenser zur syrisch-irakischen Grenze geflüchtet, wo sie nun festsäßen.

Quelle: ap

 
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