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US-Soldaten töten Terrorführer: Al Sarkawi angeblich von eigenen Gefolgsleuten verraten

zuletzt aktualisiert: 08.06.2006 - 09:23

Bagdad (rpo). Nach Angaben des US-Militärs ist Terroristenführer Abu Mussab Al Sarkawi von seinen eigenen Gefolgsleuten verraten worden. US-Soldaten hatten das hochrangige Al-Qaida-Mitglied in seinem Versteck aufgestöbert und mit zwei 500-Pfund-Bomben getötet.

Es seien "ranghohe Mitgliedern seiner Gruppe" gewesen, die den Aufenthaltsort des Jordaniers verraten hätten, sagte der US-General George Casey am Donnerstag in Bagdad. Dadurch habe die US-Armee erfahren, dass Al Sarkawi an einer Versammlung rund acht Kilometer nördlich von Baakuba teilnehmen wollte. Die US-geführten und irakischen Truppen hatten den El-Kaida-Chef und sieben seiner Anhänger am Mittwoch durch einen gezielten Luftangriff getötet.

Al Sarkawi organisierte seit Mitte 2003 Anschläge mit Dutzenden von Toten und köpfte vermutlich persönlich zwei US-Geiseln. Er war berüchtigt und gefürchtet wie Osama bin Laden. Auf seine Ergreifung hatten die USA die gleiche Summe - 25 Millionen Dollar - ausgesetzt. Al-Maliki sagte dem Fernsehsender Al Arabija, das Geld werde auch ausgezahlt. "Wir erfüllen unser Versprechen", sagte er, ohne weitere Details zu nennen.

Die jahrelange Jagd auf den Führer der Terrororganisation Al Kaida im Irak führte nach seinen Angaben in einer irakisch-amerikanischen Gemeinschaftsaktion zum Erfolg: Al Sarkawi und sieben seiner Begleiter wurden am Mittwochabend bei einem amerikanischen Luftangriff in einem Dorf 50 Kilometer nordöstlich von Bagdad getötet, nachdem die entscheidenden Hinweise vom irakischen Geheimdienst kamen, sagte Al-Maliki. Der wiederum habe Tipps aus der Bevölkerung in der Provinz Dijala erhalten und ausgewertet.

General Casey sagte, Al Sarkawis Leiche sei durch Fingerabdrücke und durch Augenschein identifiziert worden. Später veröffentlichten die US-Streitkräfte ein Foto, das den toten Al Sarkawi zeigen soll. Die Augen des Toten sind geschlossen, hinter ihm sind Blutflecke zu sehen. Die Streitkräfte zeigten in einer Pressekonferenz außerdem ein Video des Angriffs.

Auch Al Sarkawis Berater getötet

F-16-Kampfflugzeuge hätten zwei 250-Kilobomben über dem Ziel abgeworfen, sagte Militärsprecher Generalmajor William Caldwell. Al Sarkawis Leiche sei in den Trümmern gefunden und an seinen sicheren Ort gebracht worden. Sie sei am Donnerstagmorgen positiv identifiziert worden. Unter den Getöteten ist laut General Casey auch Al Sarkawis geistlicher Berater Scheich Abdul Rahman.

US-Präsident George W. Bush begrüßte den Tod Al Sarkawis. Die Amerikaner können "zu Recht stolz" auf die US-Soldaten sein. Al Sarkawis Tod stelle einen schweren Schlag für das Terrornetzwerk Al Kaida dar und sei ein bedeutender Sieg im Kampf gegen den Terror, erklärte Bush in Washington. "Al Sarkawi hat jetzt sein Ende gefunden, und dieser Mann wird niemals mehr morden." Bush mahnte zugleich, dass dem Irak noch harte Tage bevorstünden. Auch Bushs wichtigster Verbündeter im Irak-Konflikt, der britische Premierminister Tony Blair, sprach von einem wichtigen Schlag gegen den Terrorismus.

US-Botschafter Khalilzad bezeichnete Al Sarkawi als "Paten sektiererischen Tötens im Irak", der für den Tod tausender Menschen verantwortlich sei. Und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärte mit Blick auf die letzten Jahre, niemand in der Welt habe so viel Blut unschuldiger Männer, Frauen und Kinder an den Händen wie Al Sarkawi.

Al Kaida im Irak erklärte im Internet zum Tod ihres Führers und mehrerer Gefolgsleute: "Wir möchten die freudige Nachricht vom Märtyrertum des Mudschaheds Scheich Abu Mussab al Sarkawi bekannt geben." Und weiter hieß es: "Der Tod unserer Führer ist Leben für uns. Sie wird nur unsere Ausdauer bei der Fortsetzung des Heiligen Krieges stärken." Bei einem Anschlag auf einen Markt in Bagdad wurden am Donnerstag mindestens 13 Menschen getötet und 50 verletzt. Er wurde in einem schiitischen Viertel verübt.

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