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Gerüchte über baldige Entlassung
Tsipras nimmt Varoufakis in Schutz - baldige Lösung in Sicht

Alexis Tsipras: Regierungschef nimmt Giannis Varoufakis in Schutz
Alexis Tsipras (r.) und Giannis Varoufakis im Februar 2015. FOTO: ap
Athen. Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat Gerüchte über eine baldige Entlassung von Finanzminister Gianis Varoufakis dementiert. Zudem zeigte er sich bezüglich einer baldigen Lösung der Finanzprobleme Griechenlands zuversichtlich.

Varoufakis sei eines der wichtigsten Regierungsmitglieder, sagte Tsipras der Athener Sonntagszeitung "Real News". Varoufakis "Strategie" in den Verhandlungen mit den Geldgebern sei Ergebnis einer "kollektiven" Entscheidung der Regierung.

Im Ausland und in Griechenland gebe es jedoch Kräfte, die eine Änderung in der Verhandlungsstrategie und damit eine Rückkehr zum Sparkurs sehen wollten, sagte Tsipras. "Dies aber ist Science-Fiction solange Syriza (Linksbündnis) regiert", betonte er. 

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Der Regierungschef äußerte sich zugleich zuversichtlich, dass es bald eine Lösung für Griechenlands Finanzproblem geben werde. Dafür sei aber eine "Änderung der Rückzahlungsbedingungen der Schulden sowie deren Reduzierung" notwendig. Gemeint sind niedrigere Zinsen, spätere Fälligkeiten und ein faktischer Verzicht der Geldgeber auf einen Teil ihrer Forderungen.

Es gebe mittlerweile in Europa "keinen seriösen Menschen" mehr, der weitere Rentenkürzungen oder Massenentlassungen für einen gangbaren Weg zur Lösung der griechischen Finanzprobleme halte, sagte Tsipras.

Die griechische Sonntagspresse zu den Verhandlungen mit Brüssel

"Akrobatik mit leeren Kassen", lautet der Tenor in der Athener Traditionszeitung "To Vima". Die Regierung zeige sich angesichts der drohenden Zahlungsunfähigkeit unentschlossen. Die griechische Reformliste liege zwar in Brüssel vor, sei aber verschwommen und nur Bruchteile des Inhaltes seien bekannt.

Die konservative Zeitung "Kathimerini" titelt: "Ziel ein Kompromiss (mit den Geldgebern) bis zum 8. April". Die Regierung habe eine Reformliste mit Maßnahmen nach Brüssel geschickt, die jederzeit durch strengere Selbstverpflichtungen ersetzt werden könnten. Denn es werde davon ausgegangen, dass die Geldgeber den ersten Entwurf der Reformliste als unzureichend ablehnen werden.

Das Boulevardblatt "Ethnos" schreibt auf der Titelseite: "Geheime Abmachung für die Finanzierung". Angesichts der dramatischen Liquiditätslage hätten sich die Geldgeber und Athen bereits auf eine Teilauszahlung der ausstehenden Finanzhilfen bis zum 8. April geeinigt, damit das Land nicht zahlungsunfähig werde. Die griechische Reformliste, die am Samstag den Geldgebern übermittelt wurde, umfasse 18 Punkte und sei etwa 100 Seiten lang.

(dpa)
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