Unterwegs mit Jürgen Rüttgers (2): Alles für die deutsch-brasilianische Freundschaft
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 28.10.2008 - 11:12Sao Paulo (RP). Auf dem Rücken des Fußball-Trikots steht "Jürgen Rüttgers". Eigentlich ist der Ministerpräsident von NRW ja bekennender Fan des 1.FC Köln – doch dieser Dress ist nicht rot-weiß. Julio Cesar, ehemaliger Bundesliga-Profi bei Borussia Dortmund, überreicht dem Regierungschef den Dress der brasilianischen Nationalmannschaft. Rüttgers lacht und bedankt sich freundlich. Die Überraschung ist gelungen.
Beim Essen der deutsch-brasilianischen Industrie- und Handelskammer taucht der Fußballstar als Botschafter der deutsch-brasilianischen Freundschaft auf. "Die Liebe zum Fußball verbindet uns", sagt Rüttgers. Cesar erklärt, die Südamerikaner könnten sich viel bei den Deutschen abgucken. Disziplin zum Beispiel. Artig nimmt er dann zum Mittagessen am Tisch des Ministerpräsidenten Platz. Obwohl er sich nicht gut auf Deutsch verständigen kann.
Nach der Landung in Sao Paulo hatte die Delegation nur kurz Zeit, um sich von dem langen Flug auszuruhen. Vor dem Hotel gibt Rüttgers die ersten Interviews. Ob eine Reise nach Südamerika nicht eigentlich Job der Kanzlerin sei, will ein Kollege wissen. Der Regierungschef winkt ab. Der Besuch sei wichtig und eine Reise für NRW.
Ursprünglich wollte Rüttgers in dieser Woche nach China fliegen. Doch der Termin konnte nicht stattfinden, weil wichtige Gesprächspartner in den Partnerregionen sich in diesen Tagen beim Parteitag der Kommunistischen Partei aufhalten. Im September wurde kurzfristig umdisponiert. Als Reiseziele wären auch Ghana oder Südafrika in Betracht gekommen. Doch Rüttgers entschied sich für Südamerika. Brasilien zählt wie China und Indien zu den rasant aufstrebenden Wirtschaftsnationen der Welt.
Beim Besuch der IHK gerät Rüttgers zufällig in eine Konferenzschaltung zwischen Sao Paulo und Münster. Wissenschaftler tauschen sich via Bildschirm über die Entwicklungsperspektiven der Nanotechnologie aus. Da gebe er große Chancen, heißt es aus Münster. Brasilien habe mehr zu bieten als Strand, Karneval und Fußball.
Der Ministerpräsident gab, gut aufgelegt, den Ball zurück. Münster habe ja am Aasee auch einen Strand. Und Karneval feiere man dort auch. Nur mit dem Fußball, da sei tatsächlich nicht viel los.
Aber das kann noch werden. Julio Cesar erklärte, er sei nach dem Ende seiner Karriere nun als Spielervermittler aktiv. Auch deutschen Vereinen könne er helfen. Vielleicht kann sich Preußen Münster mal bei ihm melden.
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