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Luftangriffe in Syrien
Amnesty International wirft Russland Tötung hunderter Zivilisten vor

Amnesty wirft Russland Tötung hunderter Zivilisten vor
Russischer SU-24-Kampjet beim Start in Latakia (Syrien, Archiv) FOTO: dpa, of mda tba
Beirut. Amnesty International hat Russland vorgeworfen, hunderte Zivilisten bei Luftangriffen in Syrien getötet zu haben. Die Kampfjets hätten Wohngebiete und medizinische Einrichtungen direkt attackiert, heißt es in einem AI-Bericht. 

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Russland die Tötung hunderter Zivilisten bei Luftangriffen in Syrien vorgeworfen. Die russischen Kampfjets hätten "offenbar direkt" Wohngebiete "und sogar medizinische Einrichtungen attackiert", hieß es in einem Amnesty-Bericht zu dem vor drei Monaten gestarteten Militäreinsatz. Solche Angriffe auf Zivilisten "könnten Kriegsverbrechen darstellen".

Der Bericht konzentriert sich auf die russischen Luftangriffe in den Provinzen Homs, Idlib und Aleppo. Dabei seien von September bis November mindestens 200 Zivilisten getötet worden, erklärte Amnesty. Alleine bei einer Attacke auf einen Markt in der Ortschaft Ariha gab es demnach 49 zivile Opfer. Bei einem anderen Luftangriff seien in der Stadt Ghantu 46 Einwohner, die meisten von ihnen Kinder und Frauen, getötet worden.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte am Dienstag mitgeteilt, dass durch russische Angriffe seit September insgesamt 2132 Menschen getötet worden seien, unter ihnen 710 Zivilisten. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf Aktivisten vor Ort, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

Russland unterstützt nach eigenen Angaben die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad im Kampf gegen Dschihadisten. Die US-geführte Allianz wirft Moskau allerdings vor, zur Stabilisierung von Assads Regierung auch mit dem Westen verbündete gemäßigte Rebellen zu bekämpfen. 

Der Kreml hat zurückhaltend auf den Amnesty-Bericht reagiert. Er habe keine Informationen darüber, ob die Angaben von Amnesty International verlässlich seien, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau. Das Verteidigungsministerium werde sich mit dem Bericht auseinandersetzen, sagte der enge Vertraute von Präsident Wladimir Putin der Agentur Interfax zufolge.

(jf/AFP/dpa)
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