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Verhandlungen mit Indien
Merkel unterzeichnet 18 Abkommen in Neu Delhi

Vehandlungen in Neu Delhi: Merkel zu Besuch in Indien
Vehandlungen in Neu Delhi: Merkel zu Besuch in Indien FOTO: dpa, nie
Neu Delhi. Bei den deutsch-indischen Regierungskonsultationen in Neu Delhi haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehrere ihrer Minister Verträge in Milliardenhöhe mit der Regierung von Premierminister Narendra Modi geschlossen.

Beide Seiten unterzeichneten am Montag 18 Abkommen, unter anderem im Bereich der erneuerbaren Energien sowie zum Abbau bürokratischer Hürden für deutsche Unternehmen in Indien. Am Dienstag reist Merkel in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation nach Bangalore. Merkel betonte bei einem Empfang im Präsidentenpalast in Neu Delhi, dass es in Bereichen der Industrie, der Landwirtschaft, der Entwicklungspolitik und der Verteidigung bereits eine intensive Zusammenarbeit gebe.

Kooperationen im Energiesektor

Nach dreistündigen Gesprächen mit Modi und der Unterzeichnung der Verträge sagte sie, dass vor allem die Kooperation im Energiesektor im Vordergrund stehe. Sie begrüßte zugleich ein Abkommen, wonach es für deutsche Unternehmen in Indien künftig möglich sein soll, nur einen Kontakt zur indischen Regierung zu haben, anstatt zunächst mehrere bürokratische Hürden nehmen zu müssen.

Zuvor hatte bereits Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in einem Interview einen Abbau der Hürden für ausländische Firmen gefordert. Einen verlässlichen rechtlichen und administrativen Rahmen bezeichnete er in der "Hindustan Times" als unerlässlich für deutsche Unternehmen in Indien. Deutsche Firmen seien besorgt über zu viel Bürokratie und Korruption sowie Mängel bei der Infrastruktur und einen Mangel an qualifizierten Arbeitern.

Zugleich lobte Steinmeier aber Modi dafür, dass er in die richtige Richtung gehe. Der Hindunationalist hat seit seinem Amtsantritt im Mai 2014 die Reform der Wirtschaft zur Priorität gemacht, um mehr ausländische Investoren ins Land zu holen. Modi würdigte Deutschland am Montag im Beisein von Merkel als "natürlichen Partner" Indiens. Auf dem Weg zu wirtschaftlicher Veränderung seines Landes ergänzten sich "Deutschlands Stärken und Indiens Prioritäten".

Weiterreise nach Bangalore am Dienstag

Merkel war am späten Sonntagabend in der indischen Hauptstadt Neu Delhi gelandet. Begleitet wird sie neben Steinmeier unter anderem von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sowie weiteren Politikern und Wirtschaftsvertretern. Die deutschen Investitionen in Indien liegen bei rund 9,7 Milliarden Euro, rund 1600 Firmen sind in dem Land präsent. Deutschland ist Indiens größter Handelspartner in der EU, das Handelsvolumen lag 2014 bei fast 16 Milliarden Euro.

Am Dienstag reist Merkel weiter in die südindische Technologiemetropole Bangalore, wo sie den deutschen Elektronikkonzern Bosch besucht und an einem deutsch-indischen Wirtschaftsforum teilnimmt. Modi war seinerseits im April zur Eröffnung der Hannovermesse nach Deutschland gekommen.

Der Hindunationalist, der wegen seiner Politik gegenüber der muslimischen Minderheit in Indien umstritten ist, war im Mai 2014 mit dem Versprechen an die Macht gewählt worden, die Wirtschaft zu öffnen und ausländische Investoren ins Land zu holen.

(AFP)
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