Israelisches Kriegsziel: "Angriff endet erst, wenn die Hamas gestürzt ist"
zuletzt aktualisiert: 29.12.2008 - 17:21Jerusalem (RPO). Erstmals hat die israelische Regierung klar in Worte gefasst, wie lange die Militäraktion dauern kann: Erst wenn es im Gazastreifen eine andere Regierung gebe, werde Israel seine Militäraktionen beenden, sagte Vize-Regierungschef Haim Ramon.
"Israel will mit seiner Militäraktion gegen den Gazastreifen die dort regierende radikal-islamische Hamas stürzen", sagte Vize-Regierungschef Haim Ramon am Montag dem Fernsehsender "10". "Das Ziel der Operation ist der Sturz der Hamas", sagte Ramon. "Wir sind aufgeschlossen gegen jegliche andere Regierung, die den Platz der Hamas übernimmt." Bei den israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen wurden seit Samstagmorgen mehr als 300 Menschen getötet.
Der israelische Vize-Generalstabschef Dan Harel kündigte seinerseits an, dass bei der Militäraktion alle Einrichtungen der Hamas im Gazastreifen zerstört werden sollen. "Nach Beendigung der Operation wird es nicht ein stehendes Haus der Hamas im Gazastreifen mehr geben." Ziel der israelischen Angriffe seien "nicht nur Terroristen oder Raketenwerfer, sondern die gesamte Hamas-Regierung". Zugleich machte Harel klar, dass ein Ende des Einsatzes nicht absehbar sei. "Wir stehen gerade am Anfang des Kampfes. Das Schlimmste kommt noch."
Neue Opfer
Bei zwei neuen israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben am Montag zwölf Menschen getötet worden. Die Angriffe hätten dem Haus eines Hamas-Aktivisten in Beit Lahija und einem Auto in Beit Hanun im Norden des Gazastreifens gegolten, berichteten Augenzeugen und Mediziner. Wer in dem Auto saß, blieb zunächst unklar.
Hilfslieferungen eingetroffen
Drei Lastwagen mit Blutkonserven und anderen medizinischen Hilfsgütern haben am Montag nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) den Gazastreifen erreicht. Auch Krankenwagen des Palästinensischen Roten Halbmonds aus Jerusalem seien in Gaza eingetroffen, erklärte eine Sprecherin des IKRK in Genf. Bereits am Sonntag kamen medizinische Hilfsgüter in Gaza an. Dennoch sei es unwahrscheinlich, dass der Bedarf der Krankenhäuser in dem Gebiet damit gedeckt werde. Ein Team des IKRK sei auf dem Weg nach Gaza, um sich ein Bild über die Lage zu verschaffen, sagte Sprecherin Dorothea Krimitsas.
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