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  Foto: AFP
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Kaukasus: Angst vor dem neuen Kalten Krieg

zuletzt aktualisiert: 13.08.2008 - 12:18

Berlin/Osnabrück (RPO). Russland hat im Kaukasus-Krieg Macht demonstriert. Die vermeintlichen Schutzmacht USA erwies sich als ohnmächtig. Der russische Bär hingegen strotzt vor Kraft. Das Wort vom neuen Kalten Krieg macht die Runde. Die Nachbarländer sind verängstigt.

Der neue Kalte Krieg Der frühere sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse sieht ihn bereits gekommen. Er warnt ausdrücklich vor einem "neuen Kalten Krieg". Dieser Konflikt zwischen Washington und Moskau sei allerdings "schon längst von den USA angezettelt" worden, nämlich durch die US-Pläne für einen Raketenschild in Osteuropa, sagte Schewardnadse der "Bild"-Zeitung.

Lage extrem angespannt Mit Blick auf die Kämpfe um die abtrünnige georgische Region Südossetien warnte Schewardnadse vor einer Ausweitung des Konfliktes. Die Lage in der Region sei "extrem angespannt und äußerst kompliziert", der Ausgang des Konfliktes "völlig ungewiss". Schewardnadse hob in dem Interview zudem die "besonders wichtige strategische Lage Georgiens" hervor.

Nato-Beitritt Georgiens auf Eis Politische Beobachter sind sich sicher: Mit seiner Machtpolitik hat Russland den Nato-Ambitionen Georgiens einen schweren Dämpfer versetzt. Die Nato-Mitglieder haben in Südossetien und Abchasien gelernt, welche Gefahr sie mit einer Aufnahme Georgiens ins das Bündnis holen würden. Wegen regionaler Konflikte im Kaukasus will keiner den Bündnisfall riskieren. Auch nicht die USA.

Nachbarn verunsichert Die anderen Nachbarländer Russlands sind schwer verunsichert. Vor allem Polen, die Ukraine und die drei baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland. Im Konflikt um Südossetien stellen sie sich eindeutig hinter Georgien. Sie bedrängen die westlichen Verbündeten, gegenüber Moskau eine harte Linie zu fahren. Sie befürchten, dass Russland sich ermutigt fühlt, auch in Zukunft seine Vormachtstellung so auszuspielen wie in Georgien.

Solidarität mit Georgien Bei einer Demonstration in Tiflis bekundeten sie ihre Solidarität mit Georgien. Die Staats- und Regierungschefs höchstpersönlcih waren dazu angereist. "Ihr habt das Recht auf Freiheit und Unabhängigkeit", rief der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko am Dienstag zehntausenden Menschen in der georgischen Hauptstadt zu. "Wir sind hier, um unsere Solidarität zu zeigen."

Vorherrschaft Sein polnischer Kollege Lech Kaczynski sagte, Russland versuche, seine Vorherrschaft wieder herzustellen. Seine Warnung erinnert an die Zeiten, als die Sowjetunion in ihrem Einflussbereich schalten und walten konnte wie sie wollte. Moskau kennt an seinen Grenzen nur Vasallen oder Feinde, lautet eine politische Weisheit der Russland-Gegner. 

Jung hält Ängste für unbegründet Bundesverteidigungsminier Franz Josef Jung (CDU) wies Ängste vor einem erneuten Kalten Krieg als unbegründet zurück. Er denke angesichts des Kaukaus-Konflikts nicht, dass ein neuer Kalter Krieg heraufziehe, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Auch für Russland gelte die Regel, dass die Grenzen eines Landes respektiert werden müssten.

Alle Infos zum Krieg am Kaukasus finden Sie in unserem Special.

Quelle: afp

 
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