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Doppelanschlag mit 102 Toten
Staatsanwaltschaft: IS verantwortlich für Ankara-Attentat

Tote und Verletzte bei Explosionen in Ankara
Tote und Verletzte bei Explosionen in Ankara FOTO: afp, ADM/NB
Istanbul. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist nach ersten Ermittlungsergebnissen verantwortlich für den verheerenden Doppelanschlag in Ankara mit 102 Toten. Eine IS-Zelle aus der Grenzprovinz Gaziantep habe das Attentat geplant, teilte die Staatsanwaltschaft in Ankara am Mittwoch mit.

Sie hätten Befehle aus Syrien erhalten. Ziel sei unter anderem gewesen, Unruhe zu stiften, und die bevorstehende Neuwahl am 1. November zu sabotieren. Die Staatsanwaltschaft bezieht sich auf Daten, die bei Razzien gegen mutmaßliche IS-Anhänger beschlagnahmt wurden.

Die Selbstmordattentäter hatten sich am 10. Oktober vor einer Friedensdemonstration in Ankara in die Luft gesprengt. Die Veranstaltung wurde vor allem von Anhängern linker Gruppen besucht. In der Mitteilung hieß es weiter, es gebe Hinweise darauf, dass diese IS-Zelle unter anderem auch für zwei weitere tödliche Anschläge im südtürkischen Suruc und in der Kurdenmetropole Diyarbakir verantwortlich war.

Die Behörden führten in den letzten Tagen mehrere Razzien gegen den IS durch. Am Montag waren dabei in Diyarbakir sieben mutmaßliche IS-Anhänger getötet worden. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete am Mittwoch, einer der Getöteten sei aus Bremen. Er habe sich von dort aus dem IS in Syrien angeschlossen. Ob der Mann auch deutscher Staatsbürger war, blieb zunächst unklar.

Erdogan legt für Ankara-Opfer Blumen nieder FOTO: ap
(dpa)
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