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Syrien-Konflikt
Türkei will angespanntes Verhältnis zu Russland lockern

Ankara: Türkei will angespanntes Verhältnis zu Russland lockern
Die beiden Staatschefs im Dezember 2015 (Archivbild) FOTO: dpa, of ase jai
Ankara. Nach den Spannungen zwischen Ankara und Moskau im Zuge des Syrien-Konflikts strebt die Türkei eine Verbesserung des Verhältnisses zu Russland an. Der türkische Regierungssprecher Numan Kurtulmus sagte am Montag, dass die Probleme "nicht unüberwindbar oder irreparabel" seien.

Beide Länder könnten ihre im Zuge des Syrien-Konflikts verschlechterten Beziehungen "über den Weg des Dialogs" verbessern, sagte Kurtulmus nach einer Kabinettsitzung in Ankara.

Im syrischen Bürgerkrieg unterstützt Moskau Syriens Staatschef Baschar al-Assad, während die Türkei bewaffnete Rebellen unterstützt. Schweren Schaden nahm das bilaterale Verhältnis im November, als türkische Kampfflugzeuge im syrisch-türkischen Grenzgebiet einen russischen Kampfjet abschossen. Nach Darstellung Ankaras befand sich das russische Militärflugzeug in türkischem Luftraum. Die russische Regierung verhängte nach dem Vorfall Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei und forderte ihre Landsleute auf, auf Reisen in die Türkei zu verzichten.

Auch Putin will das Verhältnis verbessern

Russland und die Türkei könnten sich "nicht den Luxus erlauben, aufeinander zu verzichten", sagte nun Kurtulmus, der auch Vizeregierungschef ist. Vergangene Woche hatte bereits der russische Präsident Wladimir Putin laut Medienberichten gesagt, sein Land wolle die Beziehungen zur Türkei verbessern. Demnach sagte er, Moskau erwarte konkrete Schritte von Ankara. Putin habe auch eine Entschuldigung Ankaras für den Abschuss des Flugzeugs verlangt.

Kurtulmus sagte am Montag, "wenn die türkische Luftwaffe gewusst hätte, dass es sich um ein russisches (Flugzeug) handelte, hätte sie anders reagiert". Er fügte hinzu: "Die Türkei hat dieses Flugzeug nicht absichtlich abgeschossen." Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu kündigte an, dass sich eine "gemeinsame Arbeitsgruppe" mit der Verbesserung der bilateralen Beziehungen befassen werde.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan schlug dagegen erneut scharfe Töne gegenüber Russland an. In der Zeitung "Sabah" wiederholte er den Vorwurf, Russland liefere Waffen an die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die im Südosten der Türkei gegen die türkischen Sicherheitskräfte kämpft.

(AFP)
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