kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Libanon: Anklagen wegen versuchter Kofferbomben-Anschlägen

zuletzt aktualisiert: 02.09.2006 - 19:30

Beirut/Frankfurt (rpo). Nach den versuchten Anschlägen auf Regionalzüge in Nordrhein-Westfalen hat die libanesische Staatsanwaltschaft Anklage gegen sechs Verdächtige erhoben. Gegen zwei in Deutschland inhaftierte Personen wird ein Verfahren in Abwesenheit eröffnet.

Die Anklage wirft den sechs Personen vor, sie hätten versucht, "massenhaft zu töten und Brände in deutschen Personenzügen zu verursachen". Mit dem Schritt der Staatsanwaltschaft sinken nach Einschätzung von Beobachtern die Chancen für eine Auslieferung der im Libanon verhafteten Personen nach Deutschland.

Die Staatsanwaltschaft nannte erstmals einen sechsten Verdächtigen mit Namen. Dabei handelt es sich um Khalil al Boubou, der ebenfalls nach Hinweisen von Interpol im Libanon festgenommen wurde. Die drei anderen Personen in libanesischer Haft sind den Angaben der Behörde zufolge Jihad Hamad, Khaled Khair-Eddin El Hajdib und Ayman Hawa. In deutscher Haft befinden sich Youssef Mohamad El Hajdib und Fadi A.S. Der 21-jährige El Hajdib wurde am 19. August in Kiel festgenommen. Er soll den Ermittlungen zufolge zusammen mit Hamad am 31. Juli Koffer mit Bomben in zwei Regionalzügen in Nordrhein-Westfalen deponiert haben.

Das Motiv für die geplanten Anschläge war offenbar die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in deutschen Zeitungen. Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", dass es sich dabei um die "Initialzündung" gehandelt habe. "Der in Kiel gefasste Youssef El Hajdib interpretierte dies als Angriff der westlichen Welt auf den Islam", wurde der Behördenchef zitiert. Als weiteres Motiv nannte Ziercke den Tod des Terroristen Abu Mussab al Sarkawi Anfang Juni im Irak. "Die beiden Hauptverdächtigen glaubten, dass der internationale Terrorismus einen seiner wichtigsten Köpfe verloren hatte", sagte Ziercke. Der BKA-Chef bezog sich dabei auf Aussagen des im Libanon inhaftierten Jihad Hamad.

Ziercke zufolge hatten die beiden Hauptverdächtigen zwar eine Grundideologie, seien aber erst in Deutschland mit Propaganda des Terrornetzwerkes Al Kaida radikalisiert worden. Die Ermittler fanden demnach auch eine Anleitung, die zu 90 Prozent der gebauten Bombe entsprach. "Nur in einem Punkt weicht sie von dem Plan ab - hier lag der handwerkliche Fehler", sagte Ziercke.

Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtete unterdessen, bei der Vernehmung der Tatverdächtigen habe sich herausgestellt, dass die Anschläge bereits während der WM verübt werden sollten. Das Blatt berief sich dabei auf nicht näher eingegrenzte Sicherheitskreise. Dass der Plan verschoben worden sei, hätten die Täter damit begründet, dass ihnen Bedenken über die Risiken und Auswirkungen gekommen seien. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ließ den Bericht am Samstag auf Anfrage unkommentiert.

Der inhaftierte Fadi A.S. hat die Terrorvorwürfe zurückgewiesen. "Mein Mandant hat mit der Sache nichts zu tun", sagte der Verteidiger des in Konstanz Festgenommenen, Wolfgang Ferner, dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof hatte vor einer Woche Haftbefehl gegen A.S. wegen Terrorverdachts erlassen.

Quelle: ap

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. mehr 

Syrische Deserteure drohen Assad

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

syrien flagge fahne RPO 2007

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. Die USA bringen einen Militäreinsatz auch ohne UN-Beschluss ins Spiel. mehr

 

Nahostreise des Bundespräsidenten

Gauck fordert Palästinenser zu Friedensgesprächen auf

 

Nach Selbstverbrennung in Lhasa

China startet Verhaftungswelle in Tibet

 

Ingenieur im Januar verschleppt

In Nigeria entführter Deutscher getötet

 
 
Top-Services