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Nach Terror in Barcelona
Spanischer Richter lässt zweiten Verdächtigen frei

Fotos: Ermittlungen nach Terror in Barcelona und Cambrils
Fotos: Ermittlungen nach Terror in Barcelona und Cambrils FOTO: afp
Madrid. Ursprünglich waren vier mutmaßliche Mitglieder der Terrorzelle von Katalonien festgenommen – inzwischen sind nur noch zwei von ihnen in Haft. Auch der freigelassene Sahl El K. muss aber seinen Pass abgeben und jede Woche vor Gericht erscheinen.

Der Untersuchungsrichter verfügte am Donnerstag, dass Sahl El K. ebenso wie zuvor Mohammed A. aus Mangel an Beweisen freigelassen werde. Die Freilassung ist allerdings mit Auflagen verbunden. Beide mussten ihre Pässe abgeben und müssen sich regelmäßig bei Gericht melden, während die Ermittlungen laufen.

Sahl El K. arbeitete in einem Internetcafé in Ripoll, jenem Ort in Katalonien, aus dem die meisten Mitglieder der Terrorzelle stammten. Er war festgenommen worden, weil er Flugtickets für einige von ihnen gekauft hatte. Er sagte aber bei seiner Anhörung vor Gericht, er habe das nur gemacht, um daran zu verdienen.

Bombenwerkstatt ist explodiert

Auf den zweiten Freigelassenen, Mohammed A., war der Wagen zugelassen, den die Attentäter, darunter einer der Brüder von A., beim Anschlag von Cambrils verwendet hatten. A. erklärte aber dem Richter, dass der Wagen von seinem Bruder genutzt worden sei und sein Name nur auf der Zulassung gestanden habe.

Gegen die übrigen beiden Verdächtigen hatte der Richter bereits am Montag Untersuchungshaft verhängt. Einer davon ist der 21-jährige Houli C., der verletzt wurde, als es in der Bombenwerkstatt der Terrorzelle am Mittwoch vergangener Woche zu einer Explosion gekommen war. Dabei starben zwei mutmaßliche Mitglieder der Zelle, der Imam und mutmaßliche ideologische Anführer Abdelbaki Es Satty und Youssef A., ein weiterer Bruder des Auto-Besitzers und einer der Attentäter von Cambrils.

Anschläge auf Sehenswürdigkeiten in Barcelona geplant

Ebenfalls in Untersuchungshaft ist der 28-jährige Driss O. Er und Houli C. hatten bei ihrem Verhör ausgesagt, der Imam sei der Drahtzieher der Terroranschläge gewesen und habe sich in die Luft sprengen wollen.

Ursprünglich plante die Gruppe demnach Sprengstoffanschläge auf Sehenswürdigkeiten in Barcelona. In dem Haus in Alcanar, in dem es zu der Explosion kam, lagerten die Verdächtigen dafür mehr als hundert Butangasflaschen und Material zur Herstellung des Sprengstoffs TAPT. Auch ein Sprengstoffgürtel wurde dort gefunden.

Nach der Explosion und dem Tod des Imams änderten die restlichen Mitglieder der Zelle ihren Plan. Einer von ihnen tötete mit einem Transporter auf den Ramblas in Barcelona 13 Menschen und erstach auf der Flucht einen weiteren. Fünf Mitglieder der Zelle wollten in dem Küstenort Cambrils mit Messern und einer Axt Passanten töten, sie gerieten aber in eine Polizeikontrolle und überfuhren auf der Flucht eine Frau, die dadurch starb. Die fünf Männer wurden von der Polizei erschossen.

(veke/ap)
 
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