| 18.42 Uhr

Anschläge in Teheran
USA und Saudi-Arabien laut Revolutionsgarden in Tat "verwickelt"

Tote und Verletzte in Teheran: Selbstmordattentäter sprengen sich in die Luft
Teheran . Die iranischen Revolutionsgarden haben den USA und Saudi-Arabien eine Verwicklung in den Doppelanschlag in Teheran mit zwölf Toten vorgeworfen. Unterdessen droht der IS mit weiteren Anschlägen.

Dass US-Präsident Donald Trump kurz zuvor "eine der reaktionärsten Regierungen in der Region" besucht habe, sei "sehr bedeutungsvoll" und "zeige, dass sie in diese grausame Aktion verwickelt" seien, erklärte die Elitearmee am Mittwoch mit Blick auf Trumps Besuch in Riad.

Zu den Angriffen auf das Parlament in Teheran und das Mausoleum von Ayatollah Khomeini im Süden der Stadt hatte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

Bei den koordinierten Angriffen waren zwölf Menschen getötet und mehr als 40 weitere verletzt worden. Die insgesamt sechs Attentäter sprengten sich in die Luft oder wurden von der Polizei erschossen.

Anschläge auf Parlament und Mausoleum in Teheran FOTO: dpa, OWE htf

Es war der erste große Anschlag in Teheran seit Jahren und das erste Mal, dass die IS-Miliz ein Attentat im Iran verübte. Der schiitische Iran beschuldigt Saudi-Arabien seit langem, die sunnitische Extremistengruppe zu unterstützen.

Trump hatte bei seinem Besuch in Riad Mitte Mai zu einer geschlossenen Front gegen den Iran aufgerufen, den er als Quelle aller Konflikte in der Region bezeichnete.

IS droht mit weiteren Anschlägen

Nach den Selbstmordanschlägen in Teheran hat die Extremistenmiliz IS mit weiteren Attentaten in dem schiitischen Land gedroht. Das "Kalifat wird keine Gelegenheit auslassen, ihr Blut zu vergießen", bis das islamische Recht der Scharia eingeführt sei, erklärte der IS am Mittwoch.

Die Miliz bekannte sich abermals zu den beiden zeitgleich verübten Anschlägen auf das iranische Parlament und das Grabmal von Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini. Fünf Kämpfer hätten die Anschläge mit Granaten, Sturmgewehren und Selbstmordwesten ausgeführt.

Bei den Angriffen seien fast 60 Menschen getötet oder verletzt worden, erklärten die Extremisten. Es wäre der erste Anschlag der sunnitischen Extremisten im schiitisch geprägten Iran. Nach iranischen Angaben starben mindestens zwölf Menschen, zahlreiche wurden verletzt.

(csr/AFP/RTR)
 
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