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Mindestens 21 Tote: Anschläge überschatten Regierungsbildung im Irak

zuletzt aktualisiert: 07.03.2005 - 13:55

Bagdad (rpo). Immer neue Gewalt begleitet die Verhandlungen über eine Regierungsbildung im Irak. Einer Serie von offenbar koordinierten Anschlägen in Bakuba und Umgebung sind mindestens zwölf Menschen zum Opfer gefallen, 26 wurden verletzt. Vier weitere Todesopfer gab es bei Übergriffen von Aufständischen in Bagdad, bei der Explosion einer Autobombe in Balad wurden fünf Menschen getötet und 24 verletzt. Unterdessen sieht es so aus, als würde der Kurde Dschalal Talabani das Amt des irakischen Präsidenten übernehmen.

Zu den Anschlägen in Bakuba nordöstlich von Bagdad bekannte sich auf einer Webseite die von Abu Mussab al Sarkawi geleitete Al Kaida im Irak. Bei den zwölf Toten handelt es sich um sieben irakische Soldaten und fünf Polizisten, wie aus Polizeikreisen verlautete. Demnach zündeten Aufständische eine Autobombe sowie drei ferngesteuerte Sprengsätze an Kontrollpunkten in Bakuba und im südlich gelegenen Muradija. Außerdem beschossen die Angreifer nach US-Angaben irakische Sicherheitskräfte. Auf das Büro des örtlichen Gouverneurs wurden Mörser abgefeuert, doch gab es hier keine Opfer.

Im Bagdader Armenviertel Sadr schossen Bewaffnete auf eine vorbei fahrende Polizeistreife. Dabei wurden nach Angaben von Ärzten zwei Beamte getötet und ein dritter verletzt. Bei der Detonation einer Bombe am Straßenrand, die einem Armeekonvoi gegolten hatte, wurden im Südosten der Hauptstadt zwei Zivilpersonen getötet. Vier weitere, darunter zwei junge Mädchen, wurden verletzt. Die Bombe in Balad detonierte nach Polizeiangaben vor dem Haus eines Armeeoffiziers. Bei den Toten handelt es sich um Passanten.

Am Sonntag hatte die bei der Parlamentswahl Ende Januar siegreiche Vereinigte Irakische Allianz angekündigt, die neue Nationalversammlung solle spätestens am 16. März zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammenkommen. Dies ist der Jahrestag des irakischen Giftgasangriffs auf die kurdische Stadt Halabscha, dem 1988 rund 5.000 Menschen zum Opfer fielen. Die erwartete Nominierung Talabanis wurde von Beobachtern deshalb als besonderes Symbol der Versöhnung gewertet.

Ministerpräsident soll der schiitische Allianz-Politiker Ibrahim al Dschaafari werden. Der Posten des Parlamentspräsidenten soll dem Vernehmen nach an einem Sunniten gehen - entweder Interimspräsident Ghasi al Jawer oder Industrieminister Hadschim al Hassani. Ein Deal der großen Parteien ist wichtig, weil die Nationalversammlung zunächst mit Zwei-Drittel-Mehrheit den Präsidenten wählen muss. Dieser und seine zwei Stellvertreter müssen einstimmig den Regierungschef vorschlagen. Dieser kann mit einfacher Mehrheit gewählt werden, doch bei Unstimmigkeit des Dreierrats ist auch hier eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich.

Bulgare offenbar von US-Truppen erschossen

Unterdessen erklärte das Verteidigungsministerium in Sofia, ein am Freitag im Irak getöteter bulgarischer Soldat sei von Soldaten der Koalitionstruppen erschossen worden. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass der bulgarische Konvoi nach Warnschüssen auf ein irakisches Fahrzeug seinerseits von einem nahen US-Stützpunkt aus beschossen worden sei. Die amerikanischen Streitkräfte sagten eine Untersuchung des Vorfalls zu.

Das Außenministerium in Amman gab bekannt, dass ein jordanischer Geschäftsmann im Irak entführt worden sei. Die Kidnapper hätten ein Lösegeld von 250.000 Dollar (knapp 190.000 Euro) gefordert.

Quelle: ap

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