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Nach Anschlägen von Brüssel
Festgenommener Algerier in Italien verweigert Aussage

Anschläge von Brüssel: Festgenommener Algerier verweigert Aussage
Dieses Foto zeigt den Moment der Festnahme des Algeriers. FOTO: dpa, drn cs mpl
Rom. Der Algerier, der in Italien festgenommen wurde und mit den Bombenanschlägen von Brüssel in Verbindung gebracht wird verweigert die Aussage. Vermutlich wird er an Belgien ausgeliefert.

Djamal Eddine Ouali sei am Sonntag in einem Gefängnis in der Nähe von Fuorni in der süditalienischen Region Salerno befragt worden, hieß es aus Justizkreisen. Dabei habe der 40-Jährige von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht.

Der zuständige Ermittlungsrichter ordnete den Angaben zufolge die Verlängerung von Oualis Inhaftierung bis zu seiner voraussichtlichen Auslieferung an Belgien an. Über die Auslieferung soll demnach am kommenden Freitag entschieden werden. "Ouali wird ausgeliefert", zeigte sich der Polizeichef von Salerno, Alfredo Anzalone, im Sender Rai-Uno zuversichtlich.

Oualis Pflichtverteidiger Gerardo Cembalo sagte der Nachrichtenagentur Agi, sein Mandant habe nicht mit seiner Festnahme gerechnet. Er sei bereits eine Weile in Italien und habe dort Verwandte. Seine Frau stehe außerdem kurz vor der Entbindung.

Ouali war am Samstag bei einem gemeinsamen Einsatz von Antiterroreinheiten und einem Sondereinsatzkommando aus Rom an einer Bushaltestelle in der Kleinstadt Bellizzi festgenommen worden. Gegen ihn war auf Betreiben Belgiens ein europäischer Haftbefehl ausgestellt worden.

Ouali wird laut italienischen Medien verdächtigt, einer kriminellen Bande anzugehören, die gefälschte Dokumente zur illegalen Einreise in die Europäische Union angefertigt haben soll. Bei einer Razzia in einer Fälscherwerkstatt seien hunderte Digitalfotos gefunden worden, hieß es weiter. Darunter waren demnach Aufnahmen von drei Männern, welche die Attentate von Paris am 13. November geplant hatten. Auch ein Foto des Brüsseler Attentäters Najim Laachraoui wurde demnach entdeckt.

Am Dienstag hatten sich zwei Attentäter am Flughafen Brüssel-Zaventem in die Luft gesprengt, darunter Laachraoui. Rund eine Stunde später verübte ein weiterer Angreifer einen Selbstmordanschlag in einer U-Bahn-Station. Es gab 28 Tote und 340 Verletzte.

(hebu/afp)
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