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Anschlag auf Nato-Konvoi
Taliban bekennen sich zu Selbstmordattentat

Fotos: Untersuchung nach Anschlag auf Nato-Konvoi
Fotos: Untersuchung nach Anschlag auf Nato-Konvoi FOTO: rtr, MI/ste
Kabul/Kandahar. Ein Selbstmordattentäter hat in der Nähe der südafghanischen Stadt Kandahar einen internationalen Militärkonvoi angegriffen. Nun haben sich die radikalislamischen Taliban zu dem Anschlag bekannt und behauptet, 15 ausländische Soldaten getötet zu haben. Wie viele Opfer es wirklich gegeben hat, ist noch unklar. 

Der für den Süden Afghanistans zuständige Taliban-Sprecher Kari Jusuf Ahmadi erklärte, bei dem Angriff am Mittwoch seien zwei Panzer zerstört und 15 ausländische Soldaten getötet worden. Den Attentäter bezeichnete er als "Helden", der die Attacke mit einem sprengstoffbeladenen Fahrzeug verübt habe.

Die Angaben der Taliban wurden von offizieller Seite zunächst nicht bestätigt. Die Extremisten übertreiben regelmäßig bei der Schilderung ihrer Taten und bei Opferzahlen.

US-Militär bestätigt Opfer bei Attacke

Das US-Militär hatte zuvor berichtet, dass es bei der Attacke auf die Nato-Fahrzeuge Opfer gegeben habe. Wie viele Menschen getötet oder verletzt worden seien, könne er bislang nicht sagen, erklärte Militärsprecher Damien E. Horvath. Die Nato-Mission Resolute Support bestätigte den Angriff ebenso wie Polizeisprecher Sia Durrani. Der Anschlagsort wurde abgesperrt.

Der Augenzeuge Ghulam Ali berichtete, es habe eine gewaltige Explosion gegeben. Er habe ein brennendes Militärfahrzeug gesehen, das auf der Straße gestanden habe, sagte der Mechaniker. Nach plötzlichen Schüssen sei er zurück in sein Geschäft geeilt.

Anschließend seien Hubschrauber eingetroffen und Soldaten weggetragen worden. Wie schwer ihre Verletzungen waren, konnte er nicht sagen.

13.500 Nato-Militärkräfte in Afghanistan stationiert

Die Nato hat momentan rund 13.500 Militärkräfte in Afghanistan stationiert, die meisten von ihnen Amerikaner. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erwägt, rund 4000 oder noch mehr zusätzliche Soldaten dorthin zu schicken, um stärker gegen die radikalislamischen Taliban vorgehen zu können. Die Provinz Kandahar gilt als Kernland der radikalen Islamisten.

Am Mittwoch sollte in der westafghanischen Stadt Herat unter starken Sicherheitsvorkehrungen ein Massenbegräbnis von Opfern eines Anschlags auf eine schiitische Moschee stattfinden. 29 Menschen waren getötet worden, als ein Selbstmordattentäter im Inneren des gut besuchten Gotteshauses während der Abendgebete das Feuer eröffnete und anschließend seinen Sprengsatz zündete. Dazu bekannte sich bislang keine Gruppe.

(beaw/ap)
 
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