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Najim Laachraoui
Diesen Terror-Verdächtigen sucht die Polizei

Anschlag Brüssel: Fahndungsfoto des Terror-Verdächtigen Najim Laachraoui
Der Terror-Verdächtige Laachraoui wird von den Behörden gesucht. FOTO: afp
Brüssel. Der 24-jährige Najim Laachraoui soll an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein. Am Mittwoch berichteten Medien, er stünde auch im Zusammenhang mit dem Terror in Brüssel. Wer ist dieser Mann?

Najim Laachraoui heißt der Mann, den die Fahnder seit Monaten suchen. Am Mittwochmorgen sorgten Berichte über seine angebliche Festnahme im Brüsseler Stadtteil Anderlecht für Aufregung. Später allerdings ruderten die belgischen Zeitungsredaktionen zurück, die zuvor Laachraouis Verhaftung exklusiv vermeldet hatten. Bei einer Pressekonferenz am Mittag teilte schließlich die Staatsanwaltschaft mit, zwei der vier an den Anschlägen im Flughafen und der Metro beteiligten Männer seien noch nicht identifiziert. Fest steht zudem: drei der vier Attentäter sind tot. Vom vierten fehlt jede Spur. Dass es sich dabei um Laachraoui handelt, schien vielen zunächst naheliegend. Sicher aber ist dies keinesweg.

Auszuschließen aber ist es gleichfalls auch nicht, dass es sich dei dem 24-jährigen Laachraoui um jenen Mann handelt, der auf den Bildern einer Überwachungskamera im Brüsseler Flughafen zu sehen ist, die kurz vor dem Anschlag am Dienstag aufgenommen wurden. 

Das sind die Attentäter von Brüssel FOTO: dpa

Drei Männer lichtete die Überwachungskamera ab: Zum einen soll es sich um Ibrahim El Bakraoui handeln, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sein Bruder Khalid soll eine in der Metrostation Maelbeek gezündet haben. Im Flughafen soll sich gemeinsam mit Ibrahim El Bakraoui zudem ein zweiter gesprengt haben. Dieser Mann ist noch nicht identifizierter. Ein dritter Mann indes soll sich kurz vor den Anschlägen aus dem Flughafen entfernt haben. In seinem zurückgelassenen Gepäck wurde später ebenfalls eine Bombe gefunden. Ob es sich bei dem derzeit flüchtigen Unbekannten tatsächlich um Najim Laachraoui handelt, der bereits an den Terroranschlägen in Paris beteiligt gewesen sein soll, ist weiter unklar. 

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Bislang fehlt den Behörden jede Spur des 24-Jährigen. Laachraoui gilt als Komplize des Terror-Verdächtigen Salah Abdeslam, der am Freitnachmittag vergangener Woche in Brüssel festgenommen wurde. Laachraoui steht darum bereits seit geraumer Zeit im Fokus der Sicherheitsbehörden und auf deren Fahndungslisten. Seine DNA-Spuren seien nach den Anschlägen von Paris in Wohnungen gefunden worden, die damals von den Attentätern genutzt worden seien, hatte die Staatsanwaltschaft erst am Montag mitgeteilt. Zudem haben die Ermittler ihn demnach im Verdacht, am Abend der Pariser Anschläge von Belgien aus mit den Terroristen Kontakt gehalten zu haben.

Nach Angaben der Behörden war Laachraoui Anfang 2013 nach Syrien gereist und 2015 aus dem Bürgerkriegsland nach Belgien zurückgekehrt. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, soll Laachraoui im September 2015 auch in Deutschland gewesen sein. Vermutlich gemeinsam mit Salah Abdeslam sei er von Ungarn aus über Österreich und Deutschland in Richtung Frankreich und Belgien gefahren, heißt es. Abdeslam habe Laachraoui in Ungarn abgeholt. An der ungarisch-österreichischen Grenze wurden die beiden, die mit falschen Namen unterwegs waren, kontrolliert. Bei der Polizeikontrolle nutzte Laachraoui nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Brüssel einen gefälschten belgischen Personalausweis auf den Namen Soufiane Kayal

Wie lange sich Abdeslam und Laachraoui dann in der Bundesrepublik aufgehalten haben, sei unklar, berichtet der "Tagesspiegel". Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die zwei Männer, die der Terrormiliz IS zugerechnet werden, zumindest durch Bayern gefahren sind. 

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Öffentlich gesucht wird Laachraoui schon seit Dezember, allerdings unter dem Namen Soufiane Kayal. Erst nach Abdeslams Festnahme wurde seine wahre Identität bekannt. 

Ebenfalls noch gesucht wird Mohamed Abrini. Der heute 31-Jährige war zwei Tage vor den Pariser Attentaten mit Salah Abdeslam unterwegs. Am 11. November wurden die beiden an einer Tankstelle im französischen Ressons an der Autobahn in Richtung Paris gefilmt.

Abrini saß am Steuer eines schwarzen Renault Clio, der dann bei den Anschlägen in Paris benutzt wurde. Belgien schrieb Abrini bereits Ende November öffentlich zur Fahndung aus.

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(pst/dpa)
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