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PKK weist Vorwürfe zurück
Militante Kurden laut Regierung für Anschlag verantwortlich

Anschlag in Ankara: Ahmet Davutoglu macht militante PKK verantwortlich
Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu, hier am Montag bei einer Pressekonferenz in der Ukraine, macht militante Kurden für den Anschlag verantwortlich. FOTO: ap
Istanbul. Nach dem Anschlag auf einen Militär-Konvoi in der türkischen Hauptstadt Ankara scheinen die Drahtzieher gefunden: Ministerpräsident Ahmet Davutoglu macht die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK sowie eine syrische Kurdenmiliz für die Attacke verantwortlich.

Ein 23-jähriger YPG-Kämpfer aus Syrien habe den Anschlag in der Hauptstadt am Vorabend mit Unterstützung der "separatistischen Terrororganisation" verübt, sagte Davutoglu am Donnerstag. Neun Menschen seien in Verbindung mit dem Anschlag festgenommen worden. Die YPG ist der bewaffnete syrische Ableger der PKK in der Türkei.

Die PKK übernimmt dagegen keine Verantwortung für den Anschlag. Der PKK-Kommandeur Cemil Bayik sagte der PKK-nahen Agentur Firat am Donnerstag: "Wir wissen nicht, wer das getan hat. Es könnte aber ein Vergeltungsschlag für die Massaker in Kurdistan gewesen sein." Auch die syrische Kurdenpartei PYD hat jegliche Verantwortung zurückgewiesen. "Wir haben keine Verbindungen zu dem, was in der Türkei passiert", sagte der Co-Vorsitzende der PYD, Salih Muslim, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die türkischen Anschuldigungen seien Teil einer "Eskalationspolitik" gegen kurdische Parteien.

Attentäter durch Explosion getötet

Zuvor hatten bereits türkische Medien unter Berufung auf die Polizei berichtet, der Anschlag sei von einem Kurden aus Syrien verübt worden. Es handele sich um einen Mann, der als Flüchtling in die Türkei gekommen sei und einer Kurdenmiliz in Syrien nahegestanden habe. Er habe das Anschlagsauto gefahren und sei durch die Explosion getötet worden. Ob es sich um einen Selbstmordattentäter handelte, stand demnach nicht fest.

Fotos: Viele Tote und Verletzte bei Anschlag in Ankara FOTO: dpa, sdt jak

Bei dem Anschlag waren mindestens 28 Menschen getötet und 61 weitere verletzt worden. Ziel war ein Militär-Konvoi im Regierungsviertel von Ankara. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Der syrische Kurde wurde den Medienberichten zufolge nun mittels bei seiner Einreise genommener digitaler Fingerabdrücke identifiziert.

Seit dem bislang blutigsten Anschlag in der Türkei, bei dem im Oktober bei einer prokurdischen Friedensdemonstration in Ankara 103 Menschen getötet wurden, gilt die höchste Terrorwarnstufe. Die türkischen Behörden machten damals die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) für die Tat verantwortlich.

Türkei kämpft gegen PKK-Rebellen

Vor einem Monat sprengte sich ein mutmaßlicher IS-Anhänger in Istanbul in die Luft und tötete elf deutsche Touristen. Die türkischen Sicherheitskräfte nahmen in den vergangenen Wochen zahlreiche mutmaßliche IS-Kämpfer fest, die Anschläge in Ankara und der Metropole Istanbul geplant haben sollen.

Die schwersten Terroranschläge FOTO: AFP

Im Südosten des Landes geht die Armee mit aller Härte gegen die Rebellen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vor. PKK-Kämpfer verüben immer wieder Anschläge auf die türkischen Sicherheitskräfte. Der jahrzehntelange Konflikt mit der PKK eskalierte im vergangenen Sommer wieder, nachdem der Friedensprozess mit der türkischen Regierung zusammengebrochen war.

Die türkische Luftwaffe flog in der Nacht zum Donnerstag neue Angriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak. Wie das Militär mitteilte, wurden Ziele in der gebirgigen Grenzregion Haftanin bombardiert. Die Armee hatte in der PKK-Hochburg demnach bis zu 70 Kämpfer, darunter auch Anführer der Rebellen, im Visier.

(hebu/dpa/afp)
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