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Anschlag in St. Petersburg
IS reklamiert Bombenexplosion in Supermarkt für sich

Anschlag in St. Petersburg: IS reklamiert Bombenexplosion in Supermarkt für sich
Polizisten und Feuerwehrleute vor dem Supermarkt in St. Petersburg (Archiv). FOTO: ap/Dmitri Lovetsky
Moskau. Nach der Detonation einer Nagelbombe in St. Petersburg hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Tat für sich reklamiert. Russlands Präsident Putin hatte den Vorfall als "terroristischen Akt" bezeichnet.

Der Anschlag in der russischen Metropole vom Mittwoch sei von einer "Gruppe" mit Verbindungen zum IS verübt worden, heißt es in einer Erklärung, die am Freitag vom IS-Propagandaorgan Amaq verbreitet wurde. Der selbstgebaute Sprengsatz war in einem Schließfach in dem Supermarkt platziert worden. Die Detonation ereignete sich, als viele Russen wegen der Vorbereitungen auf den Jahreswechsel und das orthodoxe Weihnachtsfest am 7. Januar unterwegs waren.

Auf am Donnerstag veröffentlichten Bildern einer Überwachungskamera aus dem Supermarkt war ein Mann in einer Kapuzenjacke mit einem offenbar schweren Rucksack zu sehen, der den Supermarkt anschließend ohne den Rucksack wieder verließ. Das Nationale Antiterror-Komitee (NAK) übernahm die Ermittlungen.

Russlands Staatschef Wladimir Putin stufte den Anschlag als "terroristische Tat" ein und drang auf einen gnadenlosen Kampf gegen Attentäter. Im Falle eines drohenden Anschlags sollten die Sicherheitskräfte im Zweifel "die Banditen an Ort und Stelle liquidieren".

Putin unterzeichnete am Freitag zudem ein Gesetz, das die Strafen für Terrorfinanzierung und die Anwerbung extremistischer Gewalttäter deutlich erhöht. Das Gesetz sieht vor, die Höchststrafe für die Vergehen von bislang zehn Jahren Gefängnis auf lebenslange Haft zu erhöhen. Die Duma hatte die Neuregelung am 14. Dezember beschlossen, am vergangenen Mittwoch stimmte auch das russische Oberhaus zu.

Die russische Armee kämpft seit September 2015 im syrischen Bürgerkrieg an der Seite von Staatschef Baschar al-Assad unter anderem gegen den IS. Damit rückte das Land verstärkt in den Fokus von Dschihadisten. Im April wurden bei einem Bombenanschlag in der U-Bahn von St. Petersburg 16 Menschen getötet, darunter der Attentäter. Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe mit Verbindungen zum Al-Kaida-Netzwerk.

Mitte Dezember kündigte Putin einen Teilabzug der russischen Truppen aus Syrien an. Die russischen Sicherheitsbehörden erklärten anschließend, es sei eine Rückkehr von Dschihadisten nach Russland zu befürchten, nachdem die IS-Miliz praktisch alle ihre Gebiete in Syrien und im Irak verloren habe. Nach Angaben des Chefs des Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, haben sich rund 4500 Russen extremistischen Gruppen in Nahost, Nordafrika und anderen Regionen angeschlossen.

(wer/AFP/dpa)
 
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