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Bombay Anschlag terror PANORAMA 081126
  Foto: AFP
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Mindestens 80 Tote, rund 200 Verletzte: Anschlagsserie erschüttert Bombay

zuletzt aktualisiert: 27.11.2008 - 01:35

Bombay (RPO). Mindestens 80 Menschen haben bei einer Serie von Terroranschlägen in Bombay ihr Leben verloren. Ein Luxushotel der indischen Millionenstadt ging in der Nacht zum Donnerstag in Flammen auf. Augenzeugen berichteten von schweren Explosionen im Hotel Taj Mahal. Vor dem an der Uferfront gelegenen Gebäude waren Schreie zu hören, schwarze Rauchwolken stiegen auf. Eine bislang unbekannte Gruppe namens Deccan Mujahideen bekannte sich in E-Mails am indische Medien zu der Anschlagsserie.

Das 100 Jahre alte Luxushotel Taj Mahal ging in Flammen auf. Aus dem Inneren des Bauwerks, das zu den Wahrzeichen der Stadt gehört, waren Schreie zu hören. Augenzeugen zufolge suchten die Angreifer gezielt Briten und Amerikaner. Im Hotel hätten sie gerufen: "Wer hat amerikanische oder britische Pässe?" berichtete der Brite Ashok Patel, der aus dem Hotel entkam. Dort wohnte auch eine europäische Parlamentariergruppe.

Die Behörden vermuteten, dass im Taj 15 Ausländer als Geiseln genommen wurden. In dem zweiten angegriffenen Hotel Oberoi wurden nach Angaben des Behördensprechers Anees Ahmed auch Geiseln genommen. Er konnte aber nicht sagen, ob es sich um Inder oder Ausländer handelt.

Der Chefsekretär des Unionslandes Maharashtra, Johnny Joseph, sagte, 78 Menschen seien getötet und 200 verletzt worden. Aus Krankenhäusern verlautete, unter den Toten sei ein Japaner und neun Europäer seien verletzt eingeliefert worden. Alle seien aus dem Taj Mahal. Polizeisprecher A.N. Roy sagte, unter den Toten seien drei ranghohe indische Polizisten - darunter auch der Chef der Antiterroreinheit. Beschossen wurden auch zwei Krankenhäuser.

Vier mutmaßliche Täter erschossen, neun verhaftet

Schießereien wurden auch von einem Bahnhof, einer Polizeiwache und von Leopold's Restaurant gemeldet, einem beliebten Touristenziel. Dabei wurden auch teilweise Handgranaten gezündet. Polizisten schossen zurück und versuchten, die Angreifer zu überwältigen. Vier Verdächtige seien erschossen und neun verhaftet worden, teilte die Polizei mit.

Ein britischer Bürger, der im Oberoi-Hotel zu Abend aß, sagte dem britischen Fernsehsender Sky News, ein Angreifer habe rund 40 Gäste des Hotelrestaurants in ein Treppenhaus getrieben. "Sie haben besonders über Amerikaner und Briten gesprochen. Da war ein Italiener, und sie riefen: 'Wo kommst du her?' Er sagte Italien, sie sagten 'schön' und ließen ihn in Ruhe. Ich dachte: 'Gut, sie werden mich erschießen, sollten sie mich irgendwas fragen - und Gott sei dank taten sie es nicht." Er sei dann entkommen, der größte Teil der Gruppe seien wohl Geiseln.

Bundesregierung verurteilt Anschläge

Bombay, das in Indien offiziell Mumbai heißt, ist wiederholt Schauplatz von Terrorakten gewesen, für die meist islamische Extremisten verantwortlich gemacht wurden. Bei einer Serie von Bombenexplosionen im Juli 2007 kamen 187 Menschen ums Leben. Seit Mai hat sich eine Gruppe namens Indian Mujahideen zu mehreren Anschlägen bekannt, bei denen mehr als 130 Menschen getötet wurden - allein 21 waren es zuletzt im September in der Hauptstadt Neu-Delhi.

In Berlin erklärte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmaier: "Die Bundesregierung verurteilt die Anschläge in Mumbai auf das Schärfste." Das Generalkonsulat stehe in engem Kontakt mit indischen Stellen und bemühe sich um Aufklärung, ob Deutsche betroffenen seien. Der britische Außenminister David Miliband sagte, die Anschläge zeigten erneut das Ausmaß der Bedrohung, das von gewaltsamen Extremisten ausgehe. In Washington sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Fratto: "Wir verurteilen diese Angriffe und den Verlust von unschuldigem Menschenleben."


Quelle: afp

 
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