Neun Aufständische bei Gefecht in Falludscha getötet: Anschlagsserie in Basra: 68 Opfer - Däne tot
zuletzt aktualisiert: 21.04.2004 - 15:19Basra (rpo). Bei mehreren Anschlägen auf Polizeiwachen in der südirakischen Stadt Basra sind am Mittwoch mindestens 68 Menschen gestorben. Über 200 wurden verletzt, 170 davon schwer, wie Gouverneur Wael Abdul-Latif am Nachmittag mitteilte. Unterdessen teilte das dänische Außenministerium mit, ein dänischer Geschäftsmann sei am Mittwoch im Irak tot aufgefunden worden.
Selbstmordattentäter hätten die fünf Autobomben gezündet, die mitten im morgendlichen Berufsverkehr unter anderem zwei Schulbusse zerrissen. Unter den Toten seien bis zu 16 Kinder, sagte der Gouverneur.
Innenminister Samir Schaker Mahmud el Sumeidi erklärte, die Bluttat ähnele den Anschlägen auf schiitische Pilgerer und Kurden im nordirakischen Erbil vor mehreren Wochen. Wie bei den Anschlägen auf Pilgerstätten in Kerbela und Bagdad sowie auf zwei kurdische Parteibüros schlugen auch die Attentäter vom Mittwoch an mehreren Stellen gleichzeitig zu. Drei Autobomben detonierten vor Polizeiwachen, zwei weitere vor der Polizeiakademie von Basra.
Im Stadtteil el Saudia zogen Helfer verbrannte und halb zerfetzte Leichen aus Fahrzeugwracks. Versuche britischer Soldaten, bei den Rettungsarbeiten zu helfen, wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London von protestierenden Irakern behindert. Auch vier Briten wurden bei den Anschlägen verletzt, zwei davon schwer.
Der britische Premierminister Tony Blair erklärte, der Terrorakt werde den Wiederaufbau Iraks nicht stoppen. "Die Mehrheit der irakischen Bevölkerung will einen stabilen und demokratischen Irak", sagte Blair.
Wie das Außenministerium in Kopenhagen am Mittwoch mitteilte, wurde ein in Irak vermisster dänischer Geschäftsmann tot aufgefunden. Der Mann war vermutlich entführt worden. Seine Leiche sei am 12. April von irakischen Polizisten gefunden worden, einen Tag nachdem er vermisst gemeldet worden war, hieß es. Bislang war erst einer der in Irak entführten Ausländer ermordet worden, der Italiener Fabrizio Quattrocchi.
Dominikanische Republik zieht Soldaten ab
In Falludscha wurden bei einem Gefecht zwischen Aufständischen und US-Truppen neun Rebellen getötet. Trotz der am Montag von den Streitkräften angebotenen Waffenruhe hätten rund 40 Männer die Soldaten mit Granaten angegriffen, teilte ein US-Sprecher mit. Einem Aufruf von Lokalpolitikern an die Aufständischen, ihre Waffen abzugeben, sei bislang niemand gefolgt. Zur Strafe hätten die US-Truppen die Rückkehr von Flüchtlingen in die seit zwei Wochen belagerte Stadt gestoppt. Rund 600 Personen wurden abgewiesen.
Nach Spanien und Honduras kündigte am Dienstagabend auch die Dominikanische Republik an, ihre Truppen aus Irak abzuziehen. Die 302 Soldaten sind unter spanischem Oberbefehl in Nadschaf stationiert.
US-Außenminister Colin Powell rief die verbleibenden Mitglieder der Irak-Koalition zur Einhaltung ihrer militärischen Verpflichtungen auf. Vertreter von 13 Staaten hätten Powell dies telefonisch zugesichert, sagte Außenamtssprecher Richard Boucher.
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