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Krieg der Worte
Arseni Jazenjuk: "Putin will Ukraine auslöschen"

Krieg der Worte: Arseni Jazenjuk: "Putin will Ukraine auslöschen"
Ministerpräsident Arseni Jazenjuk spart im Konflikt mit Moskau nicht mit scharfen Worten. FOTO: ap
Moskau. Der Waffenstillstand im Ukraine-Krieg hält, doch der Krieg der scharfen Worte dauert an: Nun wirft der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk Russlands Staatschef Wladimir Putin vor, sein Land "eliminieren" zu wollen.

Putin gehe es nicht nur um die Separatistenhochburgen Donezk und Lugansk im Osten des Landes, sondern sein Ziel sei es, "die ganze Ukraine einzunehmen", sagte Jazenjuk am Samstag in Kiew. Trotz der geltenden Waffenruhe wolle Putin "die Ukraine als unabhängigen Staat eliminieren".

Die EU und die USA bat der ukrainische Regierungschef um Unterstützung bei der Umsetzung des Friedensplans. Die Ukraine sei nicht stark genug, um bilaterale Verhandlungen mit Russland zu führen, sagte Jazenjuk. Die EU und die USA sollten bei den Friedensgesprächen eine direkte Rolle spielen und die Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine garantieren, forderte er.

Kiew hatte sich in der vergangenen Woche mit den prorussischen Separatisten in der Ostukraine unter Beteiligung Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf eine Waffenruhe verständigt. Diese wird weitgehend eingehalten.

Inmitten der Waffenruhe ist am Samstag ein zweiter russischer Hilfskonvoi in das Konfliktgebiet gefahren. Die ersten Lastwagen seien in der Separatistenhochburg Lugansk eingetroffen, berichteten russische Medien am Samstag.

Eine Kolonne von rund 200 Fahrzeugen hatte in der Nacht nach Angaben des russischen Zolls bei der russischen Ortschaft Donezk die Grenze passiert. Zur Ladung gehören demnach Medikamente, Lebensmittel und Stromgeneratoren - alles in allem rund 2000 Tonnen Hilfsgüter. Eine Stellungnahme aus Kiew lag zunächst nicht vor.

Bewohner von Lugansk begrüßten die mit russischen Fahnen geschmückten Fahrzeuge und manche weinten vor Freude, wie die Agentur Itar Tass meldete. "Damit hat Russland zum zweiten Mal die Verantwortung auf sich genommen", kommentierte das Staatsfernsehen in Moskau.

Ein erster russischer Konvoi mit mehr als 250 Lastwagen war am 22.
August unter Protest Kiews ohne Erlaubnis der ukrainischen Behörden über die Grenze gefahren. Die russische Regierung hatte nach Beginn der Waffenruhe zwischen ukrainischem Militär und prorussischen Separatisten vor einer Woche weitere Hilfslieferungen für das Konfliktgebiet angekündigt.

Unklar war ukrainischen Medien zufolge, ob diesmal auch Beamte der Ukraine und Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an der Abfertigung der Lastwagen beteiligt waren. Das Internationale Rote Kreuz begleitete den Konvoi nach eigenen Angaben nicht.

(dpa)
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