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Asa Romson
Schwedische Politikerin weint um Flüchtlinge

Fotos: Tränen, Schluchzer, Stimmprobleme - wenn Politiker weinen
Fotos: Tränen, Schluchzer, Stimmprobleme - wenn Politiker weinen FOTO: afp, kat/apr
Düsseldorf. Sie soll vor der Presse eine Verschärfung des schwedischen Asylrechts erklären. Doch dann kommen Vize-Regierungschefin Asa Romson die Tränen. Die Politikerin zeigt viel Mitgefühl für die Situation der Flüchtlinge. Von Laura Sandgathe

Asa Romson ist Grünen-Politikerin und Vize-Regierungschefin von Schweden. Immer wieder hat sie in den letzten Monaten gemeinsam mit ihren Kollegen Entscheidungen getroffen, die das Schicksal der Flüchtlinge in Schweden besiegeln. Am Mittwoch stellt sich Romson erneut vor die Presse, um zu erklären, warum Schweden die Aufnahme von neuen Flüchtlingen begrenzen will. Doch dieses Mal läuft es anders als sonst. Romson wird von ihren Gefühlen übermannt, ihre Augen füllen sich mit Tränen.

In ihrer Rede spricht Romson von der "furchtbaren Situation" der Flüchtlinge, die in Schwedern gestrandet sind und dass sich die Regierung deshalb dazu entschlossen habe, dass Asylrecht auf ein "Mindestniveau" zu beschränken. Romson ist sich der Bedeutung der Einschränkungen offenbar sehr bewusst, denn sie vermutet, dass sie eine "Schockwelle für Schweden und Europa" auslösen könnten. 

Je länger ihr gemeinsamer Auftritt mit Premierminister Stefan Löfven dauert, desto weniger hat Romson ihre Emotionen im Griff. Ihre Stimme zittert zunehmend, sie fühlt sich sichtlich unwohl. Nach rund einer halben Stunde kann sie nicht mehr. Der Politikerin kommen die Tränen, sie hält sich am Wasserglas fest. Löfven von den Sozialdemokraten springt ihr zur Seite. Die Flüchtlingskrise sei für alle eine schwierige Situation, sagt er.

Die schwedischen Medien und auch der Stockholmer Korrespondent der Tagesschau berichteten über den emotionalen Auftritt. Auf Youtube gibt es ein Video, das Romsons emotionale Reaktion während der Rede zeigt. 

Zu Beginn der Flüchtlingswelle waren die Schweden den Flüchtlingen sehr offen gegenübergetreten, auch im Hinblick auf ihre Asylpolitik. Mittlerweile ist die schwedische Flüchtlingspolitik eine der striktesten in Europa. Für die Grünen, denen Asa Romson angehört, war eine offene Flüchtlingspolitik stets wichtig. Dass ausgerechnet sie nun für die Flüchtlinge nachteilige Entscheidungen mittragen und kommunizieren muss, fällt der Politikerin sichtlich schwer.

Die 43 Jahre alte Politikerin reagierte schon zuvor emotional auf das Schicksal der Flüchtlinge. In einer TV-Debatte verglich sie die Flüchtlingstragödie auf dem Mittelmeer mit der Lage der Gefangenen in Auschwitz.

Romson ist nicht die erste Politikerin, die ihre Gefühle zeigt. Hier sehen Sie, welche anderen Politiker schon öffentlich geweint haben.

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