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Atomschlag
General würde "illegalen Befehl" Trumps verweigern

Atomschlag: General John Hyten würde "illegalen Befehl" Trumps verweigern
John Hyten (Archivbild). FOTO: ap, NH
Washington. Luftwaffengeneral John Hyten ist der für Nuklearwaffen zuständige Topkommandeur der USA. Und laut eigener Aussage würde er einen "illegalen Befehl" von Präsident Donald Trump verweigern.

Stattdessen würde er seinen "Commander in Chief" zu anderen Option steuern, sagte er am Samstag bei einem Internationalen Sicherheitsforum im kanadischen Halifax.

Er verwies darauf, dass er über lange Jahre hinweg in der Frage der Gesetzmäßigkeit bewaffneter Konflikte ausgebildet worden sei. "Ich glaube, manche Leute meinen, wir sind dumm", fügte er hinzu. Der Auftritt in einer Diskussionsrunde wurde auf Facebook übertragen. "Wir sind keine dummen Leute. Wir denken über solche Dinge viel nach. Wenn du eine solche Verantwortung hast, wie könntest du nicht darüber nachdenken?", sagte Hyten.

Der General ist Oberbefehlshaber des Strategischen Kommandos der USA, das die Aufsicht über das Nukleararsenal hat. Seine Bemerkungen fielen vor dem Hintergrund von Äußerungen Trumps gegen Nordkorea, dass eine Bedrohung der USA oder seiner Verbündeten mit "Feuer und Wut" beantwortet würde - eine Formulierung, die verbreitet als Atomschlag interpretiert wurde.

Zudem hatte Trump in seiner UN-Rede mit der "völligen Vernichtung" Nordkoreas im Fall einer Bedrohung gesprochen. Zahlreiche Kritiker des Präsidenten haben Trump offen als unberechenbar und labil bezeichnet und Besorgnis über seine Befugnis geäußert, einen Atomangriff anzuordnen.

Hyten erläuterte nicht näher, was er als "illegalen Befehl" betrachten würde. Aber er beschrieb ein Szenario: "Ich gebe dem Präsidenten Rat. Er wird mir sagen, was ich tun soll. Und wenn es illegal ist, was glaubt ihr, was passieren wird? Ich werde sagen, "Herr Präsident, das ist illegal". Und ratet mal, was er tun wird? Er wird sagen, "was wäre legal?"". Dann würde über andere Optionen gesprochen werden. "So funktioniert es", sagte der General. "Es ist nicht so kompliziert."

Das US-Arsenal im Detail:

- Grundsatz der US-Streitkräfte ist es, Atomwaffen aus der Luft (Flugzeuge), vom Wasser (U-Boote) und vom Land einsetzen zu können.

- Derzeit verfügen die USA über rund 1750 nukleare Sprengköpfe, in Flugzeugen, U-Booten und auf Interkontinental-Raketen. 180 Sprengköpfe sind nach Angaben der Arms Control Association in fünf europäischen Ländern stationiert.

- Darüber hinaus verfügen die USA über ein Lager von rund 4000 Sprengköpfen, die in Reserve stehen, aber teils nicht oder noch nicht zur militärischen Nutzung aktiviert sind. Ferner sind 2000 Sprengköpfe ausrangiert, die in Teilen theoretisch noch nutzbar wären.

- Die Erneuerung alter System frisst sechs Prozent des Verteidigungshaushalts auf. Bisher wurden nur 3,5 Prozent des Budgets für die Nuklear-Abschreckung ausgegeben. Allein für das nächste Jahr hat Trump 10,2 Milliarden Dollar für diesen Zweck angefordert.

- Die eigentlich auf 20 Jahre angelegte Lebensdauer einiger Atomwaffen wurde als Teil des Erneuerungsprogrammes auf 60 Jahre ausgedehnt.

(felt/dpa)
 
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