| 15.08 Uhr

Atomstreit mit Nordkorea
Trump droht Kim – "Die Waffen sind geladen"

Donald Trump warnt: Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös sein"
Washington . Nach der verbalen Eskalation zwischen dem US-Präsidenten und dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un in den vergangenen Tagen hat Donald Trump am Freitag noch einmal aufgerüstet.

Trump hat dem Land mit einer militärischen Lösung gedroht. "Militärische Lösungen sind nun voll einsatzfähig, geladen und entsichert, sollte Nordkorea unklug handeln" erklärte Trump am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Hoffentlich findet Kim Jong Un einen anderen Weg", schrieb er mit Blick auf den nordkoreanischen Machthaber.

Washington und Pjöngjang hatten die gegenseitigen Drohungen zuletzt immer weiter verschärft. Trump hatte am Dienstag zunächst gedroht, die USA würden "mit Feuer und Wut" auf weitere Provokationen reagieren. Nordkorea sollte sich zusammenreißen, sonst würde es Probleme bekommen, wie sie nur wenige Länder erlebt hätten.

US-Verteidigungsminister Mattis bezeichnete einen Krieg mit Nordkorea dagegen am Donnerstag als "katastrophal". Er setze weiter auf Diplomatie. "Die Tragödie von Krieg ist allgemein bekannt, und wir brauchen keine weitere Beschreibung über die Tatsache hinaus, dass dies katastrophal wäre", sagte Mattis. Es seien bereits "diplomatische Ergebnisse" zu sehen, und diesen Weg wolle er fortsetzen. Welche Ergebnisse er meinte, ließ Mattis offen.

Nordkorea hat angekündigt, dass bis Mitte August der Einsatzplan stehen soll, um vier Mittelstreckenraketen über Japan hinweg auf Guam abzufeuern. Die Raketen sollten demnach 30 bis 40 Kilometer vor der US-Pazifikinsel im Meer einschlagen.

Trump legte am Donnerstag nach und erklärte, seine Botschaft sei "vielleicht nicht hart genug" gewesen. "Nordkorea sollte sich lieber zusammenreißen, sonst wird es Ärger kriegen wie nur wenige Staaten zuvor."

Merkel: Keine militärische Lösung

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor einer Eskalation der Nordkorea-Krise gewarnt und zugleich deutlich gemacht, dass Deutschland sich nur nicht-militärisch engagieren werde. "Ich bin der festen Überzeugung, dass die Eskalation der Sprache nicht zu einer Lösung des Konflikts beitragen wird", sagte Merkel am Freitag in Berlin auf die Frage nach den gegenseitigen Kriegsdrohungen. "Ich sehe auch keine militärische Lösung des Konflikts", sagte die Kanzlerin.

Wichtig sei jetzt die internationale Abstimmung, besonders zwischen den USA und China, aber auch mit Südkorea und Japan. "Deutschland wird hier bei den Lösungsmöglichkeiten, die wir sehen - nicht-militärischer Art - sehr intensiv mit dabei sein", kündigte Merkel an. Auf die Frage, wie sich Deutschland im Kriegsfall verhalten werde, betonte sie: "Ich sagte ja, dass ich eine militärische Lösung nicht sehe und nicht für geboten halte."

China ruft zur Mäßigung auf

Derweil hat China im Streit zwischen Nordkorea und den USA zur Mäßigung aufgerufen. "Die chinesische Seite hofft, dass alle beteiligten Parteien in ihrer Wortwahl und ihren Handlungen Zurückhaltung walten lassen und sich mehr bemühen, die angespannte Situation zu entschärfen und gegenseitiges Vertrauen auszubauen", sagte der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Geng Shuang, am Freitag.

China ist der wichtigste Handelspartner Nordkoreas und hat deshalb einigen Einfluss auf Pjöngjang. Doch dieser reicht nach Darstellung Pekings nicht aus, solange von den USA und Südkorea keine positiven Signale kommen, wie etwa eine Einstellung der gemeinsamen Militärmanöver, die am 21. August wieder beginnen sollen. Einige chinesische Gelehrte und auch Stimmen in den Staatsmedien riefen die Regierung in Peking zuletzt auf, eine aktivere Vermittlerrolle in dem wieder hochgekochten Konflikt zu übernehmen.

(felt/AFP/REU/ap)
 
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