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Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag
Kerry: Atomverhandlungen mit dem Iran sind nicht vorbei

Atomverhandlungen mit dem Iran: John Kerry betont Bedeutung der Verhandlungen
US-Außenminister John Kerry in New York. FOTO: ap
New York. Obwohl die Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag strikt von den Gesprächen mit dem Iran getrennt ist, überstrahlen diese das Treffen in New York. Selbst die Sorge über Nordkorea gerät in den Hintergrund.

Trotz des kürzlich ausgehandelten Rahmenwerks für ein endgültiges Abkommen ist der Atomstreit mit dem Iran laut der US-Regierung noch lange nicht gelöst. Die harte Arbeit an einem Atomabkommen mit Teheran sei "weit davon entfernt, zu Ende zu sein", sagte Außenminister John Kerry am Montag auf der UN-Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag in New York. In Schlüsselfragen gebe es noch immer keine Lösung, sagte Kerry, der sich am Rande der Konferenz mit einem iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Sarif traf. Man sei einem Deal jedoch näher als jemals zuvor.

Das Gespräch zwischen Kerry und Sarif war das erste, seit sich die fünf UN-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran am 2. April auf einen Rahmenvertrag über das iranische Atomprogramm geeinigt haben. Ziel des Westens ist es, den Iran vom Bau einer Atombombe abzuhalten. Teheran will im Gegenzug die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen erreichen. Ein endgültiges Abkommen soll bis Ende Juni stehen.

Gespräche über die Situation im Jemen

Details zu dem Gespräch wurden bis in die Nacht zum Dienstag hinein nicht bekannt. Kerry hatte zuvor angekündigt, er wolle mit Sarif auch über den Konflikt im Jemen sprechen. Er werde den iranischen Außenminister auffordern, die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen an den Verhandlungstisch zu bringen, erklärte der US-Chefdiplomat.

Die Huthis kontrollieren seit ihrem Vormarsch im vergangenen September bereits weite Teile des Landes und kämpfen gegen Anhänger des geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi um die vollständige Macht im Jemen. Der ebenfalls schiitische Iran gilt als Schutzmacht der Huthis.

Mehrere Spitzenvertreter der weltweiten Atommächte kamen in New York zusammen, um über Fortschritte beim Sperrvertrag zur Abrüstung zu diskutieren. Israel wird erstmals seit zwei Jahrzehnten als Beobachter teilnehmen und legt besonderes Augenmerk auf die Gespräche mit dem Iran.

Die Atomanlagen im Iran FOTO: AFP, AFP

Allerdings weisen Diplomaten darauf hin, dass die Iran-Diskussionen separat von der Konferenz über den Atomwaffensperrvertrag stattfänden. Staat am Tagungsort trafen sich Kerry und Sarif in der Residenz des iranischen UN-Botschafters in New York. Der iranische Außenminister wird am Dienstag vor der Konferenz sprechen.

Nach Einschätzung von Experten gibt es auf der Welt noch etwa 16 000 Nuklearwaffen. Mehr als 90 Prozent davon befinden sich im Besitz der USA und Russlands. Außerdem verfügen Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea über Kernwaffen.

Niemand rechnet mit dem Durchbruch

Mit Durchbrüchen auf der Konferenz wird nicht gerechnet. Vielmehr warnen Diplomaten wegen der Spannungen hinsichtlich des Ukraine-Konflikts sowie anderer Angelegenheiten vor Zuständen wie im Kalten Krieg.

Kerry sagte dazu: "Ich weiß wie jeder andere auch, dass wir einen langen Weg vor uns haben." Wie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, brachte er seine Sorge über Nordkorea zum Ausdruck. Pjöngjang sei das deutlichste Beispiel dafür, wie man globale Verpflichtungen zur Abrüstung ignoriere. Die USA hofften mit seinen Partnern auf Gesprächen, die allerdings nur stattfänden, wenn Nordkorea es wirklich ernst meine.

(ap)
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