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Atomverhandlungen
Obama und Merkel drängen Iran zu "notwendigen Entscheidungen"

Die Atomanlagen im Iran
Die Atomanlagen im Iran FOTO: AFP, AFP
Lausanne. In den Atomverhandlungen mit dem Iran haben US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Land aufgerufen, die "notwendigen Entscheidungen" zur Lösung der verbleibenden Probleme zu treffen. In einem Telefonat bekräftigten beide Politiker am Freitag nach Angaben des Weißen Hauses ihren Willen, einen "langfristigen, umfassenden Deal" zu schließen.

Die Verhandlungen im schweizerischen Lausanne brachten nach iranischen und US-Angaben weiter keinen Durchbruch. Das Abkommen müsse "nachprüfbar" ein "ausschließlich friedliches" iranisches Atomprogramm sicherstellen, erklärte das Weiße Haus nach der Unterredung Merkels mit Obama in Washington.

Bis Dienstag soll politische Grundsatzvereinbarung erzielt werden

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte am Sitz der Vereinten Nationen in New York: "Wir wünschen uns ein Abkommen, und das ist möglich." Allerdings müsse die Führung in Teheran noch "zusätzliche Anstrengungen" unternehmen, um eine Einigung bis zum Ablauf der Frist am kommenden Dienstag zu erreichen.

Bis Dienstag will die sogenannte 5+1-Gruppe aus den fünf UN-Vetomächten und Deutschland eine politische Grundsatzvereinbarung mit Teheran erzielen. Danach wird bis Ende Juni ein vollständiges Abkommen samt der technischen Einzelheiten angestrebt. Ziel ist es, dem Iran die zivile Nutzung der Atomtechnologie zu erlauben, ihm aber die Möglichkeit zu nehmen, Atomwaffen zu entwickeln. Im Gegenzug sollen die Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden.

Die Gespräche sollen "hart" sein

Seit Donnerstag läuft die womöglich entscheidende Verhandlungsrunde in Lausanne. Aus Verhandlungskreisen des Irans und der USA verlautete am Freitag, dass die Gespräche "hart" seien und es noch immer "Differenzen" gebe. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif, der mit US-Außenminister John Kerry verhandelt, sagte, eine Einigung sei noch nicht "nah", es gebe aber "Fortschritte".

Aus US-Regierungskreisen hieß es, die 5+1-Außenminister seien zur Anreise nach Lausanne bereit. Fabius wird am Samstag dort erwartet, die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Sonntag. Das russische Außenamt teilte mit, Minister Sergej Lawrow habe in einem Telefonat mit Kerry "die Möglichkeit eines Treffens" aller Minister am Sonntag vereinbart.

(AFP)
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